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Krefeld
Stadt will offene Jugendarbeit fördern

Krefeld. Die Betreuung von Flüchtlingen erfordert mehr Personal und Fortbildung. Von Annette Frieling

Die Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit werden zunehmend auch von Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen, aber auch Eltern aus Flüchtlings- und Asylbewerberfamilien aufgesucht. Seit Januar hat sich ihre Zahl mehr als verdoppelt und liegt derzeit bei 341 regelmäßigen Besuchern. In einer Verwaltungsvorlage informiert die Stadt über die besondere Herausforderung an alle Beteiligten und sieht die Notwendigkeit des Ausbaus. 50.000 Euro aus dem Bildungs- und Teilhabepaket wurden für die Durchführung spezieller Angebote zur Verfügung gestellt.

Jugendamtsleiter Gerhard Ackermann lobte im Jugendhilfeausschuss die verschiedenen Maßnahmen. "Gerade die Einrichtungen nahe der Unterkünfte leisten gute und wichtige Arbeit", lautete sein Urteil. "Das gilt besonders für viele junge Männer, die nicht arbeiten dürfen, die jedoch Angebote brauchen, um ihre Zeit sinnvoll zu gestalten." Für aktuell zehn Einrichtungen hat der Fachbereich Jugendhilfe und Beschäftigungsförderung Konzepte entwickelt, die flexibel auf die jeweiligen Bedarfe der Kinder und Jugendlichen reagieren. Neben der Sprachvermittlung stehen unter anderem Spiel-, Sport- aber auch Kochangebote auf dem Programm.

Gerade bei der Ernährung, aber auch durch die fehlende Privatsphäre in den Unterkünften oder aufgrund traumatischer Erlebnisse sehen die Einrichtungen Probleme bei ihren Besuchern. Doch nicht allein die Situation der Flüchtlinge erfordere Aufmerksamkeit. Laut Verwaltung bestehen für die Einrichtungen besondere Anforderungen in der gemeinsamen und gleichzeitigen Betreuung der "Stammbesucher" und der Flüchtlinge. "Zwischen den Bedürfnissen der Stammbesucher und den Flüchtlingen muss der Alltag ausbalanciert werden", heißt es in der Vorlage.

Die Vermittlung von Regeln erfordere mehr Zeitaufwand. Vor diesem Hintergrund besteht aus Sicht der Einrichtungen der Bedarf an mehr pädagogischem Personal, an Personal mit Fremdsprachenkompetenz sowie die Möglichkeit von qualifizierter Fortbildung und "Fallsupervision". Der Ausschuss stimmte der Notwendigkeit des Ausbaus der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen aus Flüchtlings- und Asylbewerberfamilien im Bereich der Offenen Kinder- und Jugendarbeit zu.

Quelle: RP
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