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Krefeld
Stadt zahlt 201.600 Euro für gemietete Ampelanlage im Hafen

Krefeld: Stadt zahlt 201.600 Euro für gemietete Ampelanlage im Hafen
Unser Bild zeigt die Ampel in Fahrtrichtung Hafen. Zum gesamten Ampelkomplex, so teilte die Stadt zuletzt mit, müssten an der Kreuzung mit zahlreichen Abbiegespuren und der gleichzeitigen Kreuzung von Straßenbahn und Hafenbahn 40 Ampelmasten miteinander vernetzt und synchronisiert werden. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)
Krefeld. Seit sechs Jahren steht auf der Kreuzung Düsseldorfer Straße/Hafenstraße eine Mietampelanlage. 2800 Euro monatlich betragen die Mietkosten. Aus "Haushaltsgründen", so die Stadt, sei bisher keine neue gekauft worden. Von Sebastian Peters

Im April 2009 war die Stadt noch zuversichtlich. Weil die 31 Jahre alte Ampelanlage auf der Düsseldorfer Straße / Hafenstraße ständig ausfiel, wurde kurzfristig eine Mietampelanlage angeschafft. "Der Fachbereich bereitet Pläne für eine Erneuerung der Anlage vor", hieß es damals. Passiert ist seitdem aber nichts. Zwar funktioniert die Mietampel nach anfänglichen Problemen jetzt einwandfrei, allerdings frisst sie auch beständig ein Loch in die Stadtkasse. Wie die Stadtverwaltung jetzt auf Anfrage bestätigte, kostet die Mietampel monatlich 2800 Euro. Insgesamt sind also in den vergangenen exakt sechs Jahren 201.600 Euro Miete geflossen.

Eine neue Ampel ist schlichtweg zu teuer. "Der Neubau verursacht aufgrund der äußerst komplexen Gerätetechnik Kosten in Höhe von rund 965.000 Euro", teilte die Stadtverwaltung mit. Sie zahlte deshalb bisher lieber Miete, als das dafür notwendige Geld in den Haushalt einzustellen: "Bisher wurde eine Realisierung des geplanten Neubaus haushaltstechnisch nicht umgesetzt. Die Maßnahme wird umgesetzt, sobald die Finanzierung hierfür geregelt ist und die Mittel im Haushalt der Stadt Krefeld eingestellt sind." Aufgrund der Kostenhöhe sei mit einer Realisierung dieser Maßnahme frühestens in 2017 zu rechnen.

Der Uerdinger Bürger Matthias Melcher, Eigentümer des Dujardin-Areals, machte auf die teure Miet-Ampel bereits in der Sitzung der Bezirksvertretung Uerdingen im April 2013, vor zwei Jahren, aufmerksam. Im Internetportal Facebook machte er kürzlich den Fall erneut öffentlich. Seine Rechnung, die er dort präsentiert, geht allerdings nicht ganz auf, wenn man die neuen Zahlen der Stadt zugrunde legt. Melcher ging sogar von 6500 Euro monatlichen Mietkosten aus.

Melchers Lösungsvorschlag, zwei Stoppschilder aufstellen und aus dem eingesparten Geld die Bücherei Uerdingen zu öffnen, ist laut Stadt nicht einfach realisierbar. "Mit zwei Stoppschildern lässt sich die Verkehrssicherheit an der Kreuzung nicht aufrechterhalten", teilt die Stadt auf Anfrage mit.

"Die Signalisierung der Kreuzung wurde seinerzeit durch die Straßenverkehrsbehörde angeordnet, um die komplizierten Wechselbeziehungen mit Geradeaus- und abbiegenden Verkehrsströmen bei gleichzeitiger Kreuzung der Hafenbahn zu regeln. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens mit einem besonders starken Anteil an Schwerlastverkehr und unter Berücksichtigung der schwächeren Verkehrsteilnehmer (Fußgänger und Radfahrer) lässt sich dies nicht ausschließlich mittels der Verkehrszeichenregelung erreichen."

Quelle: RP
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