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Hochschule Niederrhein
Interaktive Pflege-Puppe kann Mund, Augen und Augenbrauen bewegen

Krefeld. Eine interaktive Stoffpuppe als Ansprechpartner für Kranke und als Hilfe für Pflegende - das ist das Ziel eines Forschungsprojekts, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 1,65 Millionen Euro finanziert wird. 300.000 Euro davon gehen an die Hochschule Niederrhein, an der ein wesentlicher Beitrag geleistet wird: die Software- und Hardware-Entwicklung.

"Wir erwecken die Puppe zum Leben", sagt Prof. Dr. Edwin Naroska, der das Projekt an der Hochschule Niederrhein leitet. Der Professor für Technische Informatik am Fachbereich Elektrotechnik und Informatik ist zugleich Teil des Kompetenzzentrums FAST, das sich mit intelligenten Assistenztechnologien beschäftigt. Diese Technologie erkennt anhand von moderner Sensorik definierte Situationen im Leben eines Menschen oder in der Umgebung und bietet Hilfestellungen an.

Exakt darum geht es bei dem Projekt "OurPuppet". Ziel der Forscher ist es, Emotionen zu synthetisieren. Das heißt: Die Puppe soll nicht nur sprechen sowie Mund, Augen und Augenbrauen bewegen können- sie soll auch situationsgerecht agieren und Emotionen zeigen. "Die Puppe nimmt mit Hilfe von Sensoren die Umgebung wahr und reagiert entsprechend", sagt Naroska.

Die Puppe soll Kuscheltier, Messinstrument und Kommunikationspartner zugleich sein. Sie kann Emotionen deuten und entsprechend verbal und mimisch reagieren. Sie ist dazu mit Sensoren ausgestattet, die den Zustand der betreuten Person erfassen. So kann festgestellt werden, wo sich eine Person gerade befindet - und ob es zum Beispiel für die Tageszeit im Raum zu dunkel oder die Musik zu laut ist.

Da die Puppe auch ein Mikrofon mit angeschlossener Sprachanalyse hat, können ungewöhnliche Veränderungen in der Stimme des kranken Menschen bemerkt werden. Wenn seine Sprache undeutlicher wird, ist er vermutlich aufgeregt. Die interaktive Puppe erkennt das, spricht den Pflegebedürftigen an - und wirkt beruhigend auf ihn ein.

Acht Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesundheitswesen arbeiten gemeinsam an der Entwicklung der Technik aus Zustandserfassung, Notfallerkennung, Kommunikation und Hilfestellung. In den Krefelder Labors der Hochschule Niederrhein entsteht dabei das technische Herzstück der Puppe: Informatiker und Elektrotechniker löten Platinen, verdrahten und programmieren die Hardware.

Quelle: RP
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