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Arbeitsagentur Krefeld
Iranerin berät Flüchtlinge als Arbeitsvermittlerin

Krefeld. Die Agentur für Arbeit Krefeld hat jetzt mit Maryam Sayedi aus dem Iran eine zusätzliche Arbeitsvermittlerin eingestellt. Sie ist selbst ehemaliger Flüchtling und soll in Krefeld Flüchtlinge mit Bleibeperspektive über die Chancen auf dem Arbeitsmarkt informieren und eine schnelle Integration in Arbeit unterstützen. Seit vier Jahren lebt Sayedi, gelernte Dolmetscherin, mit ihrem Sohn in Deutschland. Im Iran lebte sie in einer sehr religiösen Familie, 98 Prozent der Bevölkerung des Iran ist muslimisch.

Im Land gilt das islamische Recht der Scharia. In jungen Jahren lebte Sayedi ihren muslimischen Glauben, trug Kopftuch, betete fünfmal am Tag. Als "Gehirnwäsche" haben sie das irgendwann empfunden, sagte sie zuletzt im Gespräch mit unserer Zeitung. Je älter sie wurde, desto mehr habe sie die Verhältnisse infrage gestellt. Sie begann ein Politikstudium, es veränderte ihren Blick auf das Land, in dem sie lebte, gewaltig. "Mein Studium hat mich verändert, hat mich von Fesseln befreit.

" So kam sie irgendwann nach Deutschland - und blieb. Die Arbeitsagentur verweist darauf, das die wachsende Anzahl von Asylbewerbern und geduldeten Flüchtlingen eine große Herausforderung sei. Daher hat der Verwaltungsrat der Bundesagentur für Arbeit im Juli beschlossen, aus seiner sogenannten arbeitsmarktpolitischen Interventionsreserve bundesweit Mittel in Höhe von 50 Millionen Euro bereitzustellen. "Die Chance zur Beschäftigung von Frau Sayedi als Arbeitsvermittlerin speziell für Flüchtlinge ist für unsere Arbeitsagentur und die Flüchtlinge in Krefeld und im Kreis Viersen ein Glücksfall", sagt Dirk Strangfeld, Leiter der Agentur für Arbeit Krefeld.

"Mit dieser Erfahrung, und mit ihrer vertrauensvollen Zugewandtheit kann sie vielen Menschen eine wertvolle Hilfe sein, ihre Qualifikationen im Sinne der Fachkräftesicherung dann in deutsche Unternehmen einzubringen." Auf die Frage, wie man Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt integrieren kann, erklärt Maryam Sayedi: "Die größte Hürde ist die Sprache." Auch in diesem Punkt war ihr persönlicher Werdegang dann von Vorteil, denn bereits im Iran hatte sie Deutsch studiert und konnte ihre Sprachkenntnisse in Deutschland schnell erweitern.

Das gelang auch durch Mitarbeit in einem Freiwilligendienst, die Maryam Sayedi in der Zeit ihres Asyl-Anerkennungsverfahrens für die Diakonie in Lebach im Saarland geleistet hat. Nach der Anerkennung hat sie erste berufliche Erfahrungen in der Arbeit für Flüchtlinge für das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Düsseldorf und bei der Caritas gesammelt.

Quelle: RP
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