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Arbeit Mit Rückepferden Ersetzt Einsatz Von Schweren Maschinen
Rückepferd "Norbert" hilft jetzt bei der Waldpflege

Krefeld. FORSTWALD (RP) Etwas nervös ist "Norbert" im Forstwald bei seinem ersten Einsatz, der auch gleich von einer Hand voll Menschen begutachtet wird. Norbert ist das neue Rückepferd der Krefelder Forstverwaltung, der Ersatz für den in die Jahre gekommenen "Joke" (14 Jahre). Der wurde zum Waldgut Schirmau in die Osteifel gebracht, um dort seinen verdienten Lebensabend zu verbringen.

Da aber rheinische Kaltblüter selten vollends aus der Haut fahren, braucht keiner der Zuschauer von Norberts Premiere wirklich Angst zu haben, dass dem vierjährigen Wallach "die Pferde durchgehen". Das ist auch Pferdeführer Jörg Plaaten zu verdanken, der das Rückepferd souverän und mit Kommandos wie "Ein", "Rum" und "Still" durch das Dickicht steuert. Er wird den gebürtigen Tönisberger im kommenden Jahr trainieren. Diese Trainingsphase hat "Indigo", Norberts Kollege, schon hinter sich. "Mit ihm haben wir auch bei Null angefangen. Nach einem halben Jahr sind erste Einsätze machbar, aber es dauert danach noch mehrere Monate, bis die Tiere vollwertig ihren Dienst verrichten können", berichtet Roman Dzulaj. Der besteht darin, mächtige Holzstämme mit einem Gewicht von rund 400 Kilogramm aus den 1000 Hektar kommunalen Walds Krefelds zu ziehen. Norberts und Indigos Schicht beginnt morgens zunächst mit leichten Stämmen und dauert bis zu sechs Stunden. Auch eine Mittagspause inklusive Heuballen-Snack gehört dazu. Von September bis April wird gearbeitet, in den anderen Monaten stehen die beiden in Inrath auf einem Hof oder auf der Weidefläche.

Die Arbeitsweise mit Rückepferden ist sehr bodenschonend, weil sie den Einsatz von schweren Maschinen und Traktoren ersetzt. "Das hat auch dazu beigetragen, dass die Stadt Krefeld seit nahezu 20 Jahren den Status der Naturwaldgemeinde hat, welcher ihr vom Naturschutzbund Deutschland verliehen wurde", sagt Stadtförster Arno Schönfeld-Simon, der sich über die Anschaffung von Norbert freut. "Damit wird eine Tradition von 30 Jahren fortgesetzt. Seitdem setzen wir Kaltblutpferde für das Rücken des Holzes ein."

Norbert wurde von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Kreisverband Krefeld, für 4760 Euro gekauft. Die Sparkassenstiftung Sport und Umwelt unterstützte die Anschaffung mit einem Zuschuss von 3400 Euro. Das Pferd bleibt im Eigentum der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und wird der Stadt Krefeld für die Forstbewirtschaftung als Dauerleihgabe unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Die laufenden Kosten von 300 Euro im Moment pro Pferd plus Hufbeschlag übernimmt die Stadt.

Quelle: RP
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