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Krefeld
Stadtwaldterrassen sollen im August fertig sein

Krefeld: Stadtwaldterrassen sollen im August fertig sein
Der Baufortschritt an der Wilhelmshofallee ist gut erkennbar. Die Rohbauten des Projekts Stadtwaldterrassen sind in ihrer Ausdehnung komplett ablesbar. FOTO: KL
Krefeld. Rechtsstreitigkeiten mit den Nachbarn haben den Start für das Bauvorhaben Stadtwaldterrassen an der Wilhelmshofallee ein dreiviertel Jahr lang verzögert. Das hat dem Krefelder Investor Küppers Living Immobilienentwicklung GmbH & Co KG eine Stange Geld gekostet. Die Geschäftsführer Jochen und Jörg E. Weitzel investieren dort 10,5 Millionen Euro. Von Norbert Stirken

Die planmäßige Fertigstellung der Stadtwaldterrassen im August dieses Jahres ist zumindest juristisch nicht mehr aufzuhalten. Das gerichtliche Vorspiel ist schon länger beendet, hat den Zeitplan um neun Monate verzögert. Im August sollen die drei Stadtvillen mit 14 Wohnungen mitsamt Tiefgarage auf dem 2600 Quadratmeter großen Grundstück an der Wilhelmshofallee fertig sein. Weitere 1500 Quadratmeter, die über eine Privatstraße zu erreichen sein werden, stehen noch für den Bau von zwei Villen zur Verfügung.

Jörg E. Weitzel, geschäftsführender Gesellschafter der Küppers Living Immobilienentwicklung GmbH & Co KG, atmet auf, dass die Arbeiten nach dem Startschuss im August des vergangenen Jahres so reibungslos verlaufen sind. Der Inhaber des Familienbetriebs in vierter Generation - der Urgroßvater hatte 1913 in Rheinhausen das Bauunternehmen Küppers gegründet - blickt inzwischen relativ gelassen auf die gerichtlichen Auseinandersetzungen mit den Anwohnern zurück. "Die sind offenbar typisch für solch privilegierte Wohnlagen", sagte er.

So könnten die Villen auf dem 1500 Quadratmeter großen Grundstück in zweiter Reihe aussehen. FOTO: Foto. KL

An zwei Terminen vor dem Verwaltungsgericht in Düsseldorf sei ihm bestätigt worden, dass durch sein Vorhaben keine Nachbarrechte verletzt würden. "Zu der selben Einschätzung war im Vorfeld bereits das städtische Rechtsamt gekommen", betonte Weitzel. Die Anwohner hätten nur zwei Möglichkeiten gehabt, die Bebauung nach ihren Wünschen zu beeinflussen. Entweder sie hätten das Grundstück der früheren, in den 1950er Jahren gebauten Kemperschen Villa selbst gekauft, oder die Aufstellung eines Bebauungsplans in die Wege geleitet. Beides sei unterblieben, und so habe die Stadtverwaltung ihm eine Baugenehmigung nach Paragraf 34 Baugesetzbuch erteilt. Darin ist geregelt, dass ein Bau wie für die Nachbarschaft typisch zu genehmigen ist.

Mindestens einer der Anwohner wurde laut Weitzel anwaltlich vom früheren CDU-Fraktionschef Wilfried Fabel vertreten. Der hätte es aufgrund seiner Erfahrung in der Planungs- und Baupolitik eigentlich besser wissen müssen, meinte Weitzel.

Krefeld gehöre zu den Städten mit einem eher unterentwickelten Wohnungsmarkt. Die Verantwortlichen täten sich schwer, unter anderem mit der Innenstadt. Die Stadt vertrage in allen Stadtteilen und in allen Preissegmenten Neubauten, sagte der Immobilienfachmann. Er selbst ist mit seiner Gesellschaft im höheren Preissegment tätig. 4410 bis 5170 Euro pro Quadratmeter müssen Käufer für eine Wohnung in den Stadtwaldterrassen auf den Tisch des Hauses legen, um Eigentümer einer der 104 bis 274 Quadratmeter großen Wohnungen mit Stellplatz in der Tiefgarage zu werden.

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Weitzel würde in Krefeld gerne mehr solcher Projekte in Angriff nehmen. Im Gegensatz zu Mönchengladbach existiere in der Seidenstadt aber kein Masterplan, wie und wo entsprechende Grundstücke entwickelt werden können. Weitzel könnte sich gut vorstellen, dass die Stadtverwaltung zum Beispiel nicht mehr benötigte Schulgebäude veräußere.

Im Konflikt mit den Nachbarn herrscht Ruhe. "Manchmal kommen frühere Kontrahenten und fragen, ob noch eine Wohnung für die Schwester zu kaufen ist", erzählt der Immobilienentwickler. Die Zeit heile alle Wunden.

Quelle: RP
 
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