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Analyse Gemeindeprüfbericht
Städtevergleich: Krefeld hat größte Grundschulklassen

Analyse Gemeindeprüfbericht: Städtevergleich: Krefeld hat größte Grundschulklassen
MSM-Gymnasium in Fischeln: Zum Zeitpunkt des Prüfberichtes gab es hier laut Gemeindeprüfungsanstalt mit 238 qm Bruttogrundfläche je Klasse das geringste Flächenangebot der Gymnasien. Die Schule ist sehr nachgefragt. FOTO: T. L.
Krefeld. Experten haben die Arbeit der Krefelder Stadtverwaltung untersucht. In einer Serie stellen wir die Ergebnisse der Gemeindeprüfer im Detail vor. Heute: "Die Schulen". Von Sebastian Peters

Eine erstaunliche Zahl zur Krefelder Schullandschaft liefert der neue Bericht der Gemeindeprüfungsanstalt. Demnach verfügte Krefeld im Schuljahr 2011/2012 unter allen Vergleichsstädten in NRW mit 24,7 Schülern je Grundschulklasse über die höchste Klassenstärke. Der Durchschnitt liegt bei 23,4 Schülern je Klasse.

Der seit wenigen Tagen dem Rechnungsprüfungsausschuss vorliegende Gemeindeprüfbericht soll Politik und Verwaltung Anhaltspunkte liefern, wo und wie gespart werden kann. Im Kapitel über die Schullandschaft wird getrennt über die einzelnen Schulformen berichtet - dabei ist zu beachten, dass sich seit dem Schuljahr 2011/2012, auf das sich die Zahlen beziehen, schon gravierende Veränderungen der Schullandschaft durch die Gründung neuer Gesamtschulen ergeben haben.

Grundschulen Die Zahl der Grundschüler sinkt deutlich - von 2001 bis 2012 allein um 25 Prozent. Die Stadt rechnet laut Prognose damit, dass sich die Grundschülerzahl in Krefeld im Jahr 2019 auf 6828 Schüler verringern wird. Steigend ist aber der Bedarf an Plätzen im Offenen Ganztag. Auf diesen veränderten Bedarf müssen sich besonders die Grundschulen einstellen. Aufgeschlüsselt haben die Prüfer etwa, wie viel Bruttogrundfläche jede Grundschule je Klasse aufweist. Krefeld liegt hier mit 318 Quadratmetern Bruttogrundfläche pro Klasse (im Jahr 2011) beim Städtevergleich im unteren Mittelfeld. Die größte Grundfläche hat die Mosaikschule Hofstraße inklusive Teilstandort mit 448 qm je Klasse, gefolgt von der Heinrichschule mit 438 qm je Klasse. Lobend wird von den Prüfern erwähnt, dass die Grundschulen mindestens zweizügig geführt werden - so sind sie wirtschaftlicher.

Gymnasien Am aussagekräftigsten ist der Bericht im Hinblick auf die Gymnasien. In der Empfehlung heißt es: "Mittelfristig ist ein Gymnasium in Frage zu stellen." In der Schulform hat es bisher die wenigsten Standort-Veränderungen gegeben. Bis 2011/2012 stieg die Zahl der Gymnasiasten im Vergleich zu 2001 um sieben Prozent. Mit der Bruttogeschossfläche je Klasse liegen die Gymnasien im Städtevergleich mit 284 Quadratmetern im Mittelfeld. Die höchsten Kennzahlenwerte weisen auf: das Gymnasium am Moltkeplatz mit 359 qm je Klasse und das Ricarda-Huch-Gymnasium mit 208 qm je Klasse. Zwei der Schule haben besonders geringes Flächenangebot je Klasse: Das MSM-Gymnasium in Fischeln hat 238 qm je Klasse, das Gymnasium Horkesgath 255 qm je Klasse. Seit dem doppelten Abiturjahrgang sind die Schülerzahlen rückläufig, in der Tendenz soll dies weitergehen. Die Gemeindeprüfungsanstalt ermittelte einen Flächenüberhang von 7000 Quadratmetern.

Hauptschulen Die Hauptschule verzeichnet den stärksten Schülerrückgang - allein 2001 bis 2011 um 34 Prozent. Insbesondere bei den Hauptschulen hat es deshalb bereits große Veränderungen gegeben. Mit der Gründung der Gesamtschule in Oppum wird es künftig nur noch eine Hauptschule in Krefeld geben. Die Prüfer gehen in ihrem Bericht noch davon aus, dass bis 2019/2020 neben der Josef-Hafels-Hauptschule in Fischeln auch die Stephanusschule in Bockum weiterläuft. Die allerdings wird zugunsten einer Gründung der neuen Gesamtschule Oppum aufgegeben.

Realschulen Seit 2004/2005 haben die Realschulen stetig rückläufige Schülerzahlen. 2011/2012 gab es noch 3123 Realschüler, bis zum Schuljahr 2019/2020 sollen es laut Gemeindeprüfungsbericht noch 1892 Schüler sein. Der Flächenüberhang bei den Realschulen wird steigen, prognostizieren die Prüfer.

Gesamtschulen Krefeld hat mit Gründung der Gesamtschule Oppum fünf städtische Gesamtschulen, dazu die Maria-Montessori-Gesamtschule. Besonders wenig Bruttogrundfläche je Klasse weist die Kurt-Tucholsky-Schule (238 qm) und die Gesamtschule Kaiserplatz (299 qm) auf. Die Robert-Jungk-Gesamtschule Hüls (357 qm) liegt weit darüber. Die Stadt Krefeld sollte aus Sicht der Prüfer untersuchen, inwieweit das Gebäude der Robert-Jungk-Gesamtschule Hüls effizierter genutzt werden kann. "Eventuell könnte die pädagogische Nutzfläche erweitert und zusätzliche Unterrichtsräume geschaffen werden", heißt es im Bericht.

Schulturnhallen Krefeld hat vergleichsweise wenig Fläche für Schulturnhallen. Laut Prüfbericht gibt es 67 "Turnhallen"-Einheiten, 22,5 sonstige Halleneinheiten an Berufskollegs und Förderschulen. Die Prüfer bemängeln hier fehlendes Datenmaterial. Hallenbelegungspläne sollten erstellt werden um herauszufinden, ob die Zahl der Turnhallen ausreicht.

Quelle: RP
 
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