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Krefeld
Stahl und Chemie - davon lebt Krefeld

Krefeld: Stahl und Chemie - davon lebt Krefeld
Das produzierende Gewerbe beschäftigt in Krefeld rund 22.000 Menschen. Für gute Löhne, so die Gewerkschaft, müssen die Arbeitnehmer hart arbeiten. Das Foto zeigt einen Beschäftigten der Siempelkamp Guss GmbH. FOTO: Lothar Strücken
Krefeld. Krefeld steckt immer noch im Strukturwandel: Der Glanz der Textilindustrie ist verblasst. Die Industrie ist die Säule für Wohlstand. Von Norbert Stirken

Die Zeiten Krefelds als Samt und Seidenstadt sind vorbei. Der Krefelder Firmenpatriarch Jan Kleinewefers hat mit seinem mutigen Engagement dafür gesorgt, dass mit den einst schwächelnden Verseidag Indutex und der TAG Composites & Carpets GmbH Vertreter aus einer Hochzeit der Textilindustrie heute wieder am Markt bestehen können und an die erfolgreichste Epoche der Stadtgeschichte lebendig erinnern.

Doch wovon leben Krefeld und die Krefelder heute? Eine Antwort berücksichtigt zwangsläufig den Strukturwandel, der im Stadtgebiet und darüber hinaus nicht reibungslos vonstatten gegangen ist. Krefeld steckt immer noch mitten drin. Ja schlimmer, es bahnt sich schon die nächste Veränderung an. In der jüngeren Vergangenheit baute die Stahlbranche zahlreiche Arbeitsplätze ab.

Dennoch. Das Rückgrat für Krefelds Auskommen bilden die Industriearbeitsplätze. Dort werden die höchsten Löhne gezahlt, dort wird eine hohe Kaufkraft generiert. Allein die rund 7000 Beschäftigten im Uerdinger Chempark erarbeiten rund 250 Millionen Euro, die in die Stadt Krefeld fließen - fürs Wohnen, Nahrung und Genuss sowie Verkehr und Freizeit. Der größte Batzen geht im Übrigen für Miete und Energiekosten drauf. Rund 35 Prozent des Nettoeinkommens fließen an Immobilieneigentümer und Stadtwerke.

In der Stadt gibt es rund 84.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse. Gut 30 Prozent entfallen auf das produzierende Gewerbe - dabei sind die Branchen Chemie, Stahl, Maschinenbau, Metall und Elektro sowie Nahrungsmittel ganz vorne. Dem Durchschnittsverdiener in Chemiebetrieben stehen nach Gewerkschaftsangaben monatlich 2500 bis 3000 Euro netto zur Verfügung.

Breiten Raum nimmt auch der Handel ein. Fast ein Viertel der Arbeitnehmer verdienen dort ihr Brot. Was die Einkommensmöglichkeiten anbetrifft, liegen die deutlich hinter denen in der Industrie. Gleichwohl ist der Handel eine Branche, die Wertschöpfung in der Stadt erzeugt. Krefeld als Oberzentrum lockt nach wie vor zahlreiche Kunden aus dem Umland. Mit der derzeitigen Entwicklung in der Innenstadt sollte der Trend noch gestärkt werden können. Mit beschlossenen oder angekündigten Investitionen bei P&C, Primark, Schwanenmarkt, Sinn Leffers oder in eine Ostwall-Passage sollten die Umsätze steigen.

Tendenz nach oben zeigen auch die Barometer in der Gesundheitswirtschaft und in der Logistik. Krefeld entwickelt sich aktuell zu einer Drehscheibe für den Gütertransport - ein Blick nach Fichtenhain unterstreicht das. Krefeld lebt ferner von der Hoffnung - von der Hoffnung, dass sich die Ansiedlungspolitik auszahlt und die Zahl der Arbeitslosen in den kommenden Jahren sinkt.

Quelle: RP
 
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