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Krefeld
Star-Anwalt soll Pläne für Flüchtlingsheim prüfen

Krefeld. Eine Gruppe Forstwalder Bürger will die Pläne der Bezirksregierung, auf dem Kasernengelände eine Notunterkunft für bis zu 1000 Flüchtlinge zu bauen, von einem renommierten Verwaltungsrechtler aus Hamburg prüfen lassen. Mittels eines Flugblatts, unterzeichnet von "Engagierten Bürgern des Forstwaldes", versucht die Gruppe jetzt, Unterstützer zu finden und Spenden zu akquirieren. Mit dem Geld sollen die Anwaltskosten gedeckt werden. "Wir rechnen mit einem Aufwand von 10- bis 20.000 Euro", heißt es dort. Das Flugblatt wurde Montagabend im Rahmen der Informationsveranstaltung mit Regierungspräsidentin Anne Lütkes durch die Reihen gegeben. Mindestens 100 Euro sollen Unterstützer demnach auf ein Konto überweisen, das in Kürze eingerichtet werden soll. Von Carola Puvogel

Die Initiatoren wollen zunächst anonym bleiben, meldeten sich jedoch per Mail auf die Anfrage unserer Zeitung. "Wir sind einfach nur besorgt", schreibt ein Mitglied der Gruppe. Und weiter: "Gerne leistet der Forstwald seinen Beitrag zur Flüchtlingskrise. Viele von uns sind sozial engagiert. Grundsätzlich können wir uns eine Flüchtlingsunterkunft vorstellen und würden auch mitarbeiten. Jedoch sind wir der Meinung, dass das geplante Ausmaß von 1000 Menschen einfach für die Lage und uns Anwohner zu groß ist." Sie fordern eine Reduzierung der Flüchtlingsplätze sowie ein vernünftiges Sicherheits- und Verkehrskonzept.

Dass sie ihr Anliegen zunächst ohne Unterzeichner öffentlich gemacht haben, sei kein Problem. "Uns ist bewusst, dass es durch die Anonymität sehr unseriös wirkt", heißt es. Aber der Forstwalder "Buschfunk" funktioniere, man habe mit der Verteilung des Blattes bereits neue Unterstützer gefunden.

Die Flugblatt-Schreiber beziehen sich auch auf den Forstwalder Bürgerverein, auf dessen Webseite die Nummer des Spendenkontos bekannt gegeben werden soll. Dazu, so Bürgervereins-Vorsitzender Günther Porst, gebe es jedoch keine Beschlusslage. Das Vorhaben der Gruppe sei bekannt, Mitglieder des Bürgervereinsvorstands hatten, um sich zu informieren, auch an einem ersten Treffen mit rund 20 Teilnehmern im Golfclub teilgenommen. Ob der Verein die Initiative unterstützen wird, ist offen. "Der Bürgerverein hat mit der Aktion nichts zu tun", räumt die Initiative ein.

Quelle: RP
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