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Krefeld
Süße Hunde für Kunstprojekt gesucht

Krefeld: Süße Hunde für Kunstprojekt gesucht
Terrier gelten als quirlige und verspielte Hunde. Der Künstler Ivo Lucas will sie beim Spielen mit Kuscheltierchen für ein Videoprojekt filmen. FOTO: Bigandt
Krefeld. Übermorgen beginnt das Jahr des Hundes. Der Künst-ler Ivo Lucas sucht für Video-aufnahmen kleine Hunde und Spielzeug. Die Auf-nahmen werden in Galerien in Berlin und Krefeld gezeigt. Von Petra Diederichs

Sie sollten klein sein, niedlich und verspielt. Dann haben sie das Casting schon so gut wie bestanden. Der Krefelder Künstler Ivo Lucas sucht für ein Videoprojekt Hunde - auch weil am Freitag, 16. Januar, am chinesischen Neujahrstag das Jahr des Hundes beginnt. Chinesische Sternzeichen zeigen den Hund als ehrliche und loyale Seele. Auch auf diese Eigenschaften baut die Kunstaktion.

Wer Ivo Lucas' Werk beschreibt, dem fallen kaum Attribute wie süß oder drollig ein. Der Krefelder Künstler war bisher wenig zimperlich, wenn er auf gesellschaftliche Missstände hinwies. Bei der großen Ausstellung "Quer geschnitten" im Kaiser Wilhelm-Museum hat er vermeintliche Idyllen mit Puppen und Spielzeugen aufgebaut. Doch der genaue Blick schockierte viele Besucher: Lucas hatte ein Massaker installiert.

Auch jetzt will er keine reinen Schmuseansichten bieten, auch wenn das auf den ersten Blick so wirken wird. "Den Hunden passiert nichts." Sie sind Akteure in einem Experiment, das ihrer Natur entspricht. Vor laufender Kamera sollen sie mit Kuscheltieren und Puppen spielen. "Und plötzlich ist der Hund Kunst", sagt Lucas. Im März werden die Aufnahmen in einer Berliner Galerie gezeigt, im September werden sie in der Projektgalerie "35blumen" zu sehen sein.

"Ich suche vor allem kleine Hunde, Zwerghunde und Welpen, zum Beispiel Papillon, Chihuahua, Pinscher, Terrier, Mops, Pekinese", sagt der Künstler. "Die Aufnahmen dauern maximal fünf Minuten und die Hundebesitzer sollten während der Aufnahmen dabei sein." Es sollen dokumentarische Szenen vor neutralem Hintergrund gedreht werden. Mehr mag er nicht verraten. Die künstlerische Ebene muss sich beim Betrachten wie ein doppelter Boden unter die Szenen mischen. Da ist der Künstler gefragt. "Beim Spiel folgt der Hund seinem Instinkt. Er ist sozialisiert und hat eine enge Bindung zu seinem Menschen. Daher finden wir das Spiel niedlich. Aber es ist eigentlich Beuteverhalten. Wie viel Aggression steckt noch darin, und wird die etwa beim Betrachter ausgelöst, überträgt sich etwas", fragt Lucas. Der Zorn ist ein Thema, dessen Wurzeln und Auswirkungen ihn in seinem Werk interessieren.

Lucas hat an den Kunstakademien in Enschede und Düsseldorf studiert, unter anderem bei Albert Oehlen. In seinen Arbeiten zitiert Lucas gerne, verbindet Geschichte mit Zeitgeschichte - und irritiert, um sozialkritische Fragen aufzuwerfen. Dazu steckt er mal die Köpfe von Schaufensterpuppen in Blumentöpfe oder lässt Plastikfiguren in einer Art Dschungelcamp Krieg spielen - wie in der KWM-Abschieds-Ausstellung "Quer geschnitten". 2014 widmete ihm das Museum Ahlen eine Solo-Schau. Seine Arbeiten gehören zu Sammlungen in Europa, China, Korea und USA.

Das Hunde-Projekt startet Lucas gemeinsam mit Mizaru, einem Bildhauer und Videokünstler, mit dem er das Konzept zusammen entwickelt hat.

Wer seinen Hund filmen lassen oder Spielzeug - Kuscheltiere und Puppen neu oder gebraucht - spenden möchte, kann sich an die Künstler wenden: per Mail an 21mizaru@gmx.de oder per Telefon: 0152 33715951.

Quelle: RP
 
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