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Krefeld
SWK unterstützen Stadt mit 38 Millionen Euro

Krefeld. Die Stadtwerke Krefeld (SWK) haben sich zweier Klötze am Bein entledigt und damit die Weichen für ein finanziell erfolgreiches Jahr 2016 geschaffen. Rund sechs Millionen Euro Verluste fallen jedes Jahr weg, weil sich die SWK von ihren Anteilen am Steinkohlekraftwerk Hamm getrennt haben. Von Norbert Stirken

Weitere zwei Millionen Euro Defizit müssen künftig nicht mehr wegen der Beteiligung am Trianel-Gaskraftwerk Hamm bilanziert werden. Die SWK bleiben zwar Gesellschafter, konnten aber ungünstige Gaslieferverträge kündigen.

Fast 22 Millionen Euro haben die Stadtwerke Krefeld im Geschäftsjahr 2015 an die Stadt Krefeld überwiesen, ferner das Defizit im Öffentlichen Personennahverkehr in Höhe von 15,9 Millionen Euro übernommen. Die SWK konnte die finanziell klamme Kommune somit mit einem Betrag von knapp 38 Millionen Euro unterstützen. "Außerdem konnten wir seit Jahren zum ersten Mal wieder 2,6 Millionen Euro in unsere Rücklage buchen", sagte Vorstandsvorsitzender Carsten Liedtke gestern bei der Vorstellung der Konzernbilanz.

Auf den ersten Blick irritieren die Zahlen. Der Umsatz ist mit 1,1 Milliarden Euro um 158 Millionen Euro geringer als im Vorjahr. Das Betriebsergebnis von 32 Millionen liegt sieben Millionen um dem von 2014. Der Jahresüberschuss beträgt 14 Millionen Euro, fünf Millionen Euro weniger als im Vergleichszeitraum.

Die SWK AG alleine betrachtet - ohne die Unternehmen, die keinen Gewinnabführungsvertrag mit den Stadtwerken haben (zum Beispiel die Entsorgungsgesellschaft Niederrhein) - konnte ihren Jahresüberschuss um 30 Prozent auf 13,6 Millionen Euro steigern.

"Der Markt Entsorgung und Energie wird immer schwieriger", erklärten Liedtke und seine Vorstandskollegin Kerstin Abraham. Der neue Abfallwirtschaftsplan Nordrhein-Westfalens ordnet Krefeld einer Region zu, die über viele und große Müllverbrennungsanlagen verfügt. Der Konkurrenzkampf hält an. Die Entsorgungsgesellschaft Niederrhein (EGN) garantiert den Verbrennungsanlagen Preise, die sie für ihre Sammel und Verwertungstätigkeit von den Kommunen nicht mehr bekommt. Immer mehr Städte schreiben die Aufträge neu aus. Derzeit hat der Rhein-Kreis Neuss als alter EGN-Kunde seine Müllmengen neu ausgeschrieben. "Wir haben uns daran beteiligt", berichtete Kerstin Abraham.

An der Müllverbrennungsanlage in Weisweiler hat die EGN in einem Schiedsverfahren eine Erstattung in Höhe von 11,8 Millionen Euro zugesprochen bekommen. In Düsseldorf endet der Vertrag mit der Müllverbrennungsanlage 2018, in Krefeld 2019. Dann besteht die Möglichkeit, von den hohen Garantiesummen herunterzukommen. "Die EGN hat die Kraft, die Verwerfungen auf dem Entsorgungsmarkt alleine zu stemmen", sagte Kerstin Abraham und rückt zahlreiche neue Aufträge der Gesellschaft ins Blickfeld - zum Beispiel die Entsorgung der grauen, braunen und grünen Tonnen für eine Dauer von acht Jahren in Dormagen.

Auf dem Energiesektor erweist sich vor allem die Vertriebsgesellschaft Lekker als Perle. Nach Anlaufschwierigkeiten und Verlusten sei die Gesellschaft an einem Punkt angelangt, an dem die Verlustvorträge vollständig abgebaut seien und erstmals 2,5 Millionen Euro bei einem Jahresergebnis von knapp zehn Millionen Euro hätten an die SWK Energie ausgeschüttet werden können, informierte Liedtke. Dabei profitiert die Krefelder Gesellschaft vor allem von den Stromkunden in Berlin und Hamburg. "Das ist ein wichtiger Markt dort", erklärte der Vorstandsvorsitzende.

In die Zukunft gerichtet ist die Neugründung einer eigenen Netzgesellschaft: Nachdem der Pachtvertrag übers Stromnetz in Krefeld mit einer RWE-Tochter abgelaufen war, haben die Stadtwerke den Betrieb wieder selbst übernommen. Mit Wirkung zum 1. September dieses Jahres sollen alle Aktivitäten in der NGN Netzgesellschaft Niederrhein GmbH gebündelt werden - das heißt, die Gesellschaft übernimmt das operative Geschäft für Strom-, Gas-, Trinkwasser-, Fernwärme- und Abwassernetz sowie die Straßenbeleuchtung. Die Zustimmung der Bundesnetzagentur sei bereits erfolgt, betonte Liedtke. Die NGN mit 360 Beschäftigten regelt die Durchleitung von anderen Anbietern durch das Krefelder Netz.

Quelle: RP
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