| 19.28 Uhr

Krefeld
Theater: Der letzte Ball des Intendanten

Fotos aus "1001 Nacht" beim Krefelder Theaterball
Fotos aus "1001 Nacht" beim Krefelder Theaterball FOTO: Lothar Strücken
Krefeld. Beim Theaterball bescherten Künstler ihrem scheidenden Intendanten Jens Pesel eine witzige Hommage. Pesel selbst gönnte sich keine sentimentalen Rückblick ­ er führte launig durch das Programm von "1001 Nacht”. Von Hans Dieter Peschken

Keine verklärenden Rückblicke, keine sentimentalen Abschiedsworte. Das orientalische Flair habe man im Seidenweberhaus, dem "Architekturjuwel Krefelds”, beschworen, sagte Jens Pesel bei der Begrüßung.

Der letzte Theaterball unter seiner Generalintendanz war als "1001 Nacht” aufgezogen. Ein bedauerndes "Oooooh” war zu hören, als Pesel ankündigte: "Seidene Kissen und Haremsdamen in durchsichtigen Kostümen können wir Ihnen nicht anbieten.” Aber dafür sagte er mit launiger Conference und Bonmots ein einstündiges Bühnenprogramm an, das musikalisch von den Niederrheinischen Sinfonikern unter dem Dirigat von Ekhart Wycik begleitet wurde.

Isabelle Razawi, ganz in Grün und tief dekolletiert, und Kerstin Brix in goldglänzendem Kleid, Andreas Wagner mit Fez und Michael Kupfer sangen aus der "Rose von Stambul” und "Sag, bist Du mir gut?” aus "1001 Nacht” von Johann Strauß. Zwei Songs aus "Kismet” vervollständigten das Repertoire, bevor das Ballett auftrat.

Noch vor der Uraufführung gab es eine Kostprobe aus der Robert-North-Choreographie "Casanova” zu sehen. Die fünf Herren und vier Damen in Rokoko-Kostümen forderten aber am Ende nicht das Publikum zum Tanz auf, denn es gab doch noch eine Abschieds-Nummer für Jens Pesel: Die "3 Tenörinnen”, Janet Bartolova, Kerstin Brix und Debra Hays, sangen Lehárs "Dein ist mein ganzes Herz” und holten sich dazu Pesel. Herzten und küssten ihn, nahmen ihn in Besitz.

Als Isabelle Razawi, Michael Kupfer und Andreas Wagner hinzukamen, endete die Huldigung mit dem auf einem Stuhl stehenden, wie Bajazzo lachenden Pesel. Erst danach folgte, was Pesel vorher gewünscht hatte: Ein "lustvolles Workout” und "uneingeschränkt gute Laune beim Machtkampf gegen die Schwerkraft.” Der Tanz für alle begann zu drei Walzern von Strauß.

Quelle: RP
 
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