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Krefeld
Tierquälerei durch Unterlassen - Rentner verurteilt

Krefeld. Das Amtsgericht hat einen 73-jährigen Mann wegen quälerischer Misshandlung von Tieren durch Unterlassen verurteilt. Er muss eine Geldstrafe von 4200 Euro zahlen.

Die Beweisaufnahme bestätigte, dass er seiner Katze zwischen März und Mai 2015 anhaltenden Schaden zugefügte, indem er nicht zum Tierarzt ging. Der 73-Jährige war kaum zu beruhigen. "Was soll ich mir diesen Schwachsinn hier anhören?", unterbrach er die Verlesung des Anklagevorwurfs. Er musste mehrfach vom Richter ermahnt werden. Laut Anklage hielt er auf seinem Betriebsgelände zwei Katzen, die dringend hätten behandelt werden müssen. Der Mann hätte so beiden Tieren längere Schmerzen und Qualen ersparen können.

Der Angeklagte sparte nicht mit Beschimpfungen und Beleidigungen. Er halte ein Gericht, das mit Dieben und Hehlern paktiere, für nicht zuständig. Zu seinen persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen werde er keine Angaben machen. Das hebe er sich für die Revision auf, zu der er Zeugen mitbringen werde.

Zur Sache ließ er sich dann aber doch ein. Eine der Katzen, die er liebevoll mit der Flasche aufzog, sei eines Tages schwer verletzt zurückgekommen. Das Tier sei mit Sicherheit angefahren worden, sagte er. Die Katze war verletzt, "aber sie wollte leben". Deshalb habe er sie nicht zum Tierarzt gebracht. Der hätte sie mit Sicherheit eingeschläfert, befürchtete der 73-Jährige. Also habe er gewartet, dass die Verletzungen heilen. Er könne nicht verstehen, dass Leute, die sich Tierschützer nennen, fünf seiner Katzen unter einem Vorwand wegholten und die verletzte Katze einschläfern ließen. Das Tier sei auf dem Weg der Besserung gewesen, es habe einfach nur "nicht schön ausgesehen".

Der Tierarzt hatte unter anderem mehrere Frakturen und einen Kieferbruch und Untergewicht festgestellt. Der Angeklagte sprach von gemeinem Diebstahl. Er wisse, dass die Diebe die verletzte Katze schon am Vortag ins Internet stellten und mit einem Spendenaufruf Geld sammelten.

Bei einer weiteren Katze, die eingeschläfert werden musste, stritt er ab, der Besitzer zu sein. Das könne nicht seine sein, er habe nämlich keine unterernährten Tiere gehabt. Das Gericht sah einen Fall als erwiesen an und stützte sich dabei auf die Aussagen der Zeugen. Vom Verbot der Tierhaltung wurde Gericht abgesehen.

(BL)