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Krefeld
Tischtennis-Verein bangt um Existenz

Krefeld: Tischtennis-Verein bangt um Existenz
Zum 80. Vereinsgeburtstag hatte der TTC Blau-Weiß neue Tischtennisplatten gekauft. Seit drei Jahren hat der Club bei einem benachbarten Verein Unterschlupf gefunden - und hofft darauf, endlich wieder in die eigene Halle zurück zu können. FOTO: Lammertz Thomas
Krefeld. Krefelds ältestem Tischtennisverein TTC Blau-Weiß geht das Fehlen der Spielstätte an der Lindenstraße an die Substanz. Bemängelt wird die mangelnde Kommunikation seitens der Stadt darüber, wie es mit der Hallensanierung weitergeht. Von Carola Puvogel

Krefelds ältester Tischtennis-Verein TTC Blau-Weiß ist seit drei Jahren heimatlos. Im September 2014 wurde die Turnhalle Lindenstraße quasi über Nacht zur Flüchtlingsunterkunft. Seit dem Auszug der Asylsuchenden vor rund einem Jahr, steht die Halle leer. Geplante Sanierungsarbeiten kommen nicht in Gang. So langsam geht dem Verein das Fehlen einer eigenen Spielstätte an die Substanz, berichten der Vorsitzende Sven Coenen und Geschäftsführer Martin Krülls. Denn als Gast in der jetzt überfüllten Halle des Tischtennisvereins KTSV Preußen - ein Konkurrent um den Nachwuchs - sei es schwer, interessierte Kinder für die eigene Jugendarbeit zu binden.

Was die beiden Tischtennisbegeisterten aber vor allem zermürbt, ist die mangelnde Kommunikation seitens der Stadt. "Wir haben damals von der Schließung der Halle aus der Zeitung erfahren", berichtet Sven Coenen. Keinen Anruf oder Brief der Stadt habe es gegeben; die Clubmitglieder standen von jetzt auf gleich vor dem Nichts. Um eine Ersatz-Trainingsstätte für die 80 Aktiven musste der Vorstand sich selber kümmern; auch hier sei eine Unterstützung seitens der Stadt zu keinem Zeitpunkt erfolgt. Seither herrscht Schweigen. Anfragen des Vereins, wie es nach dem Auszug der Flüchtlinge weitergeht und wann dem Verein die Halle wieder zur Verfügung steht, blieben unbeantwortet. "Es gibt keine proaktive Kommunikation seitens der Stadt", sagt Krülls.

Hoffnung, die eigenen Spiel- und Trainingsstätte bald wieder benutzen zu können, gab es dann im Juni. "Wir sollte von jetzt auf gleich unsere restlichen Sachen aus der Halle schaffen, weil mit den Sanierungsarbeiten sofort begonnen werden sollte. Das ist jetzt vier Monate her, getan hat sich gar nichts", berichtet Coenen. "Aus unserer Sicht wäre eine regelmäßige Kommunikation von Seiten der Stadt bezüglich des Status' das Mindeste", meint er.

Ein Stadtsprecher schreibt schließlich auf Anfrage unserer Redaktion: "Die Vergabeanzeigen gehen jetzt heraus, somit können die Aufträge Mitte/Ende November vergeben werden, die Arbeit Ende Dezember/Anfang Januar beginnen. Ziel ist es, mit dem Hallenboden und den Prellwänden Ende Januar fertig zu sein, damit die Halle wieder in Betrieb gehen kann." Eigentlich hätte im Juni mit den Arbeiten begonnen werden sollen, danach habe es aber im Fachbereich Gebäudemanagement eine nicht vorhersehbare Personalfluktuation gegeben, was zur Verzögerung bei der Bearbeitung in Sachen Sporthalle Lindenstraße geführt habe.

"Ich verstehe nicht, warum man uns als Verein so eine Information nicht geben kann, insbesondere, weil wir etliche Male darum gebeten haben", meint Coenen. "Dauernd werden wir von unseren Mitgliedern gefragt, ob wir was gehört haben. Die glauben schon nicht mehr daran, dass sich etwas tut."

Der Verein, der im kommenden Jahr seinen 85. Geburtstag feiern will, gehe mittlerweile "auf dem Zahnfleisch". "Die Situation der Hallenteilung mit dem KTSV Preußen Krefeld ist in dieser Form nicht lebbar. Wenn zwei Vereine, zeitgleich eine nicht übermäßig große Halle belegen, sorgt das für Spannungen und das nunmehr schon seit drei Jahren. Wir sind dankbar, überhaupt eine Unterkunft zu haben, aber die Situation ist Gift für uns als Verein", sagt Coenen.

Gerade mal zwei Jugendliche habe man in drei Jahren aufnehmen können, einer davon der Sohn des Geschäftsführers. "Die Jugendabteilung ist nicht mehr gesund aufgestellt. Dazu kommen diverse erwachsene Mitglieder, die nicht mehr zum Training erscheinen, weil sie finden, dass dies in einer überfüllten Halle einfach keinen Spaß mehr macht." Dass das Vereinsgefühl gänzlich auf der Strecke geblieben ist, sei wahrscheinlich das geringere Problem: "Denn mittlerweile geht es um die Existenz."

Quelle: RP
 
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