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Krefeld
Tödlicher Unfall: Lkw lieferte Erde für Anlieger

Krefeld: Tödlicher Unfall: Lkw lieferte Erde für Anlieger
Ein 62-jähriger Radfahrer starb am vergangenen Donnerstag bei einem Unfall auf der Meyeshofstraße. FOTO: Strücken
Krefeld. Im Umfeld der Kreuzung Meyeshofstraße / Oberbenrader Straße gibt es ein Lkw-Fahrverbot. Nur für anliefernde Lastwagen ist der Bereich freigegeben. Die Polizei ermittelt. Von Joachim Niessen

Im Umfeld der Kreuzung Meyeshofstraße / Oberbenrader Straße, an der am vergangenen Donnerstag ein 62-jähriger Radfahrer von einem abbiegenden niederländischem Lastwagen angefahren und tödlich verletzt worden war, gilt ein Lkw-Fahrverbot. Nur für anliefernde Lastwagen ist der Bereich freigegeben. Ob das niederländische Unfall-Fahrzeug verbotswidrig in die Zone eingefahren ist, prüfte bis gestern die Polizei. "Das Fahrzeug hat Erde angeliefert. Es durfte dort fahren", erklärte ein Polizeisprecher auf Anfrage.

Bereits vor Monaten wurde nach kontroverser Diskussion in der Politik entschieden, die Gefahrenstelle Meyeshofstraße / Oberbenrader Straße durch einen Kreisverkehr zu entschärfen. FOTO: Lammertz

Es war am vergangenen Donnerstag gegen 13.20 Uhr, als der niederländischer Lkw-Fahrer von der Meyeshofstraße nach rechts in die Oberbenrader Straße abbog. "Dabei erfasste er den Fahrradfahrer, der dadurch stürzte und unter das Fahrzeug geriet", beschrieb Karin Kretzer, Sprecherin der Polizei, später noch einmal den tragischen Ablauf. Der Mann erlag noch am Unfallort seinen Verletzungen. "Es handelt sich hier um einen Gefahrenpunkt, der der Polizei bekannt ist", so Kretzer weiter.

Auch bei der Stadtverwaltung ist die Problematik seit Jahren auf der Agenda. 2013 hatte sie nach 17 Unfällen in wenigen Monaten die Verkehrsführung verändert und das Linksabbiegen und Geradeausfahren von der Meyeshofstraße aus Richtung St. Tönis kommend verboten. "Es hat dort zahlreiche Unfälle gegeben", bestätigte gestern Stadtsprecher Timo Bauermeister. In der Regel seien diese aber beim Queren der Kreuzung passiert. "Als Konsequenz wurden unter anderem Stopp-Schilder und eine Warnblinkanlage installiert, Tempo 30 ist dort ebenfalls vorgeschrieben", ergänzte Bauermeister. "Diese Maßnahmen tragen alle zur Erhöhung der Verkehrssicherheit bei." Der Stadtsprecher betonte gleichfalls, dass Unfälle beim Abbiegen auch durch einen Kreisverkehr nicht zu verhindern seien. "Bei aller Tragik, es scheint sich am Donnerstag anscheinend um menschliches Versagen gehandelt zu haben. Ein Kreisverkehr wird ebenfalls von allen Verkehrsteilnehmern gemeinsam genutzt. Auch dort gibt es Abbiegevorgänge. Das heißt, dass ein solcher Unfall auch hier nicht komplett auszuschließen ist."

Bereits vor Monaten wurde nach kontroverser Diskussion in der Politik entschieden, die Gefahrenstelle durch einen Kreisverkehr zu entschärfen. Auf Anfrage unserer Redaktion hatte die Verwaltung Mitte Juli schließlich einen Zeitplan für den Bau des Kreisels bekanntgegeben. Zuvor war bereits in einer Sitzung der Bezirksvertretung West von den Vertretern der Parteien bemängelt worden, dass das Gremium über den Fortgang der Planungen seit Jahren im Unklaren gelassen werde. Nach Aussage eines Stadtsprechers ist die Baumaßnahme im Haushalt 2018 eingeplant. Derzeit arbeite die Verwaltung an der Erstellung der Entwurfsplanung. Ein politischer Beschluss soll Ende 2017 erwirkt werden, der Baubeginn ist für Sommer oder Herbst 2018 geplant. Die Bauzeit beträgt ein halbes bis dreiviertel Jahr.

Nach dem tödlichen Unfall hält es die Stadtverwaltung nicht für unwahrscheinlich, dass die Politik den Umbau vorziehen könnte. "Die Verwaltung geht davon aus, dass es hierzu in den zuständigen Ratsgremien Diskussionen sowie entsprechende Anträge geben wird", so Stadtsprecher Bauermeister.

Quelle: RP