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Krefeld
Tötungen im Tierheim: Stadt äußert sich zu Vorwürfen gegen Veterinäramt

Das ist das Tierheim in Krefeld
Das ist das Tierheim in Krefeld FOTO: vdp
Krefeld. Erstmals hat die Stadt detailliert zu den Vorwürfen Stellung genommen, das Veterinäramt habe Verstöße gegen das Tierschutzgesetz im Tierheim geduldet. Es geht um den Vorwurf zweier Ex-Mitarbeiterinnen, wonach im Tierheim rechtswidrig Hunde und Katzen getötet worden sein sollen.

Die Tierrechtsanwältin Susan Beaucamp hatte Anzeige gegen Tierheim und Veterinäramt erstattet. Die Stadt erläuterte auf Anfrage, wie sie die Vorwürfe, die dem Veterinäramt im August mitgeteilt worden sind, geprüft hat.

Demnach fand eine stichprobenweise Dokumentenprüfung von Behandlungsakten eingeschläferter Tiere der letzten Jahre statt. "Insgesamt wurden rund 30 Akten genauer geprüft", heißt es.

Die Position von Beaucamp, dass eine Pilzerkrankung kein Grund für die Einschläferung von Katzen sein dürfe, kann laut Veterinäramt "so pauschal nicht getroffen werden". Es seien immer die Gesamtumstände zu berücksichtigen. "So sind im Zuge eines seuchenhaften Auftretens von Pilzerkrankungen im Tierheim allein im November 2013 über 50 Katzen intensiv behandelt worden. Es handelte sich dabei nach Aussage der behandelnden Tierärztin um eine in diesem Ausmaß bis dahin einmalige Erkrankungswelle."

Verkompliziert worden sei die Situation durch das zeitgleiche Auftreten von schwerem Katzenschnupfen. In diesem Zeitraum seien sechs Katzen "wegen Pilzerkrankung wegen aussichtsloser und bei verwilderten Hauskatzen undurchführbarer Behandlung nach medizinischer Indikationen eingeschläfert" worden. Undurchführbar heißt dabei: bis zu täglich notwendig werdende Narkosen über einen mehrwöchigen Behandlungszeitraum. Dieses Vorgehen sei als Einzelfallentscheidung nachvollziehbar.

Dass die Pilz-Behandlung undurchführbar ist, stellt Beaucamp allerdings in Abrede - alle Katzen, ob zahm oder wild, müssten dabei sediert werden. Das sei übliche Praxis - Tötungen unter Berufung auf "Undurchführbarkeit" könnten daher nicht als "vernünftig" im Sinne des Tierschutzgesetzes gelten.

Die Stadt wehrt sich auch gegen die Unterstellung, Vorwürfe nicht ernst genommen zu haben. Als Aufsichtsbehörde nehme der Fachbereich Vorwürfe zu Verstößen gegen den Tierschutz immer ernst und stelle Ermittlungen an.

(vo)
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