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Krefeld
Top-Manager ist Schiedsmann in Fischeln

Krefeld: Top-Manager ist Schiedsmann in Fischeln
Als Standortleiter für Evonik in Krefeld und Essen hat der neue Schiedsmann für Fischeln, Bernd Diener, auch beruflich viel mit Kommunikation, Moderation und Mediation zu tun. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Evonik-Standortleiter Bernd Diener ist von der Bezirksvertretung Fischeln einstimmig zum neuen Schiedsmann gewählt worden. Dieners Amtszimmer für seine ehrenamtliche Tätigkeit wird das Esszimmer zu Hause sein. Von Christine van Delden

Die Bezirksvertretung Fischeln hat einen neuen Schiedsmann gewählt: Bernd Diener wird nach seiner Vereidigung vor dem Amtsgericht die Nachfolge von Karl Reichenberg antreten, der das Amt nach 34 Jahren aufgibt.

Der promovierte Biologe und Toxikologe Bernd Diener (56) lebt mit seiner Familie seit 21 Jahren in Krefeld; die meiste Zeit davon in Fischeln: "Wir fühlen uns sehr wohl in Krefeld und insbesondere in Fischeln. Dort sind wir eingebunden in eine gewachsene Nachbarschaft - das ist sehr schön".

Als Standortleiter für Evonik in Krefeld und Essen hat Diener viel mit Kommunikation zu tun. Innerhalb der Evonik in vielen Gremien, aber auch nach außen. Nicht nur als Standortleiter, sondern auch als Sprecher für die Vereinigung "Zukunft durch Industrie. Initiative Krefeld", einer Vereinigung von Unternehmen, Verbänden, Gewerkschaften und Institutionen, die das Ziel verfolgt, Industrie für die Bevölkerung transparent zu machen. Aus dieser Arbeit heraus, die sich darum bemüht, ein eventuelles Konfliktpotenzial zwischen Industrie und Bürgerinteressen durch Moderation und Mediation zu entspannen, ist Dieners Idee erwachsen, dass das Ehrenamt eines Schiedsmannes für ihn das Richtige sein könnte. Als dann in der "Fischelner Woche" das Amt des Schiedsmannes ausgeschrieben wurde, hat er sich kurzerhand beworben - und wurde schließlich einstimmig gewählt. "In meinem Beruf begegne ich immer wieder sehr unterschiedlichen Interessengruppen, die ich unter einen Hut bringen muss. So muss ich mich beispielsweise als Standortleiter, also als Arbeitnehmervertreter, mit den Arbeitnehmern zu den unterschiedlichsten Themen ins Einvernehmen setzen und unter Umständen Kompromisse suchen. Das halte ich für eine gute Vorbereitung auf meine zukünftigen Aufgaben als Schiedsmann".

Zur Vorbereitung gibt es ein Seminar für neue Schiedspersonen, das auf der einen Seite rechtliche Themen aufbereitet, auf der anderen Seite aber auch auf die formalen Hintergründe dieser Arbeit vorbereitet. So ist beispielsweise als eine Formalie ein "Amtszimmer" vorgeschrieben, in dem sich der Schiedsmann mit den beiden zerstrittenen Parteien treffen wird: "Bei mir wird das unser Esszimmer zu Hause sein. Es ist mir wichtig, dass die Umgebung nicht steril ist und vor allem die entsprechende Ruhe für ein gemeinsames Gespräch bietet", erklärt Diener. Er erzählt, dass es schon seit frühester Jugend für ihn zwei Werte gibt, die ihn treiben: "Zum einen ist das die Gerechtigkeit. Das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden oder generell Ungerechtigkeit, stößt bei mir auf einen inneren Widerstand und ich habe das Gefühl, unbedingt etwas tun zu müssen. Der andere Wert, der mich antreibt, ist der Respekt. Respektlose Personen finde ich einfach unmöglich!" Bernd Diener betont: "Diese beiden Werte, Gerechtigkeit und Respekt, halte ich für eine Grundvoraussetzung, um das Amt des Schiedsmannes ausüben zu können". Er vermutet, dass es bei seinen zukünftigen Klienten an mindestens einer dieser Tugenden mangelt und hat sich vorgenommen, genau dort anzusetzen und zu zeigen, was beispielsweise respektvoller Umgang miteinander bedeutet. Schwieriger werde es sein, das Thema Gerechtigkeit zu vermitteln, denn jeder habe seine eigene Sicht darauf, so Diener. "Es ist eine Erfahrung, die ich über die Jahre in meiner Arbeit gesammelt habe, dass der respektvolle Umgang hilft, Konflikte zu lösen, denn er ermöglicht ein offeneres Gespräch miteinander - und damit ist oft schon der erste Schritt zur Verständigung getan".

Quelle: RP
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