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Krefeld
Traarer Schützen gegen Flüchtlinge auf Festplatz

Krefeld. Zwei Alternativstandorte sollen vorgeschlagen werden. Von Sebastian Peters

Mit einem Offenen Brief an Oberbürgermeister Frank Meyer (SPD) protestiert der Bürgerschützenverein Traar gegen die Unterbringung von Flüchtlingen auf dem Festplatz in Traar. Unterzeichner ist der Vorsitzende des Vereins, Walter Potthast. Er verweist darauf, dass die Schützen pro Jahr mindestens drei Großveranstaltungen auf dem Festplatz durchführen, die von jeweils 1000 Personen besucht werden. Potthast fordert Meyer auf, "offen über mögliche Alternative Standorte in Traar" diskutieren zu lassen und kündigt an, bei der Bürgerversammlung am 11. Dezember in Traar zwei Alternativstandorte im Ortsteil präsentieren zu wollen.

Die Stadtverwaltung hat zugesagt, das Anliegen der Schützen zu prüfen: "Wir werden mit dem Bürgerschützenverein Traar Kontakt aufnehmen und ihn bitten, die bisher nicht benannten Standorte mitzuteilen. Dann kann nach Prüfung möglicherweise schon bei der Bürgerversammlung am Freitag dazu Auskunft gegeben werden", sagte ein Stadtsprecher auf Anfrage. Ausschlaggebend für die Verwaltung seien Kriterien wie Größe, Anschlüsse für Wasser und Strom, Lage, Befestigung des Untergrundes, baurechtliche Situation und Verfügbarkeit gewesen. Ende November hatte die Stadtverwaltung in einer Pressekonferenz mitgeteilt, in Traar und Hüls ab Januar Flüchtlinge in Traglufthallen unterbringen zu wollen, zusätzlich im kommenden Jahr auch in den ehemaligen Kasernen Kempener Allee und Emil-Schäfer-Straße Bockum. Die Politik war bei der Standwortwahl nicht beteiligt.

Potthast betont auch, dass er nicht gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in Traar generell sei. "Wir möchten vorausschicken, dass wir Flüchtlinge in Traar willkommen heißen. Sie haben Schlimmes erlebt und unser aller Unterstützung verdient." Die Schützen seien an der Integration von Flüchtlingen interessiert - dies werde aber nur durch Veranstaltungen wie das Schützenfest möglich.

Potthast wirft Meyer vor, Institutionen und Bürger in Traar bei der Wahl des Platzes nicht mitgenommen zu haben. "Sie haben ohne irgendeinen Dialog mit den Betroffenen in der Verwaltungsspitze eine einsame, alle überraschende Entscheidung getroffen." Die Traarer Schützen verweisen auch darauf, dass sie allein 2015 insgesamt 15290 Euro für soziale Zwecke, die Kinderheime Bruckhausen und Kastanienhof, Kitas und Kinderschutzbund gesammelt haben. Potthast rechnet mit großen Zulauf bei der Bürgerversammlung - sie solle vom Pfarrheim St. Josef in das Mercure-Parkhotel verlegt werden, rät Potthast.

Quelle: RP
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