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Bischofsgegner
Trauer nach Tod von Krefelder Pfarrer Günter Zorn

Bischofsgegner: Trauer nach Tod von Krefelder Pfarrer Günter Zorn
Pfarrer Günter Zorn - das Foto entstand 2011 bei einem RP-Interview. Die Fusion lehnte er unter anderem mit den Worten ab: "Noch solchen Fusionen beschleunigt sich der Abbröckelungsprozess eher, und das Engagement der Ehrenamtlichen nimmt eher ab." FOTO: Lammertz
Krefeld. Der ebenso beliebte wie streitbare - auch: umstrittene - Pfarrer von St. Thomas Morus, Günter Zorn, ist am vergangenen Sonntag im Alter von 74 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Dies teilte Pfarrer Thorsten Obst, Leiter der Pfarrei Heiligste Dreifaltigkeit, am Montag mit.

Am Mittwoch, 19 Uhr, wird es eine Messe in St. Thomas Morus geben, bei der die Gemeinde Abschied von Zorn nehmen kann, erklärte Obst weiter. Eventuell werde auch der Leichnam Zorns dort aufgebahrt. Die Beerdigung mit Totenmesse ist für Anfang nächster Woche geplant.

Zorn war von 1979 bis 2015 Pfarrer von St. Thomas Morus und hat die Gemeinde zu einer blühenden, lebendigen Gemeinschaft aufgebaut. Die letzten Jahre seiner Priesterschaft waren überschattet von schweren, für ihn tragischen Konflikten mit dem Bistum Aachen. Jahrelang kämpfte Zorn erbittert gegen die Gemeindereform von Bischof Heinrich Mussinghoff, die eine Fusion der Gemeinden St. Thomas Morus, St. Elisabeth von Thüringen und St. Anna vorsah.

Bei aller öffentlichen Unterstützung durch viele Gemeindeglieder ist Zorn innerhalb der Krefelder Geistlichkeit doch zunehmend umstritten gewesen, weil die Notwendigkeit der Reform unter den Bedingungen einer schrumpfenden Kirche für viele nicht von der Hand zu weisen war. Zuletzt hat Zorn mit seiner Unversöhnlichkeit auch bei Wegbegleitern Unverständnis provoziert.

Bischof Mussinghoff hat den Krefelder Rebellen schließlich zwangsweise in den Ruhestand versetzt. Das war ein Schock für die Gemeinde, vor allem aber für Zorn selbst. Es gab eine Welle des Protests. Zorn hat sich davon nie wirklich erholt und bis zuletzt in dem Gefühl gelebt, ihm sei Unrecht widerfahren.

(vo)
 
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