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Krefeld
Trauer um bekannte Krefelder Nonne Thaddäa

Krefeld. Jahrelang betreute sie Kinder im Marianum. Von Christine van Delden

In Krefeld war sie eine "Institution"; am letzten Sonntag, am ersten Advent, ist Schwester Thaddäa im Alter von 82 Jahren gestorben. Sie wird in Trier beerdigt, wo sich auch das deutsche Mutterhaus der Borromäerinnen befindet.

Geboren wurde sie 1933 als Elisabeth Weisbrod. Schon mit 17 Jahren fand sie ihren Weg zu den Barmherzigen Schwestern vom hl. Borromäus, einer katholischen Ordensgemeinschaft. Seit 1963 lebte sie in Krefeld und hat seitdem im Kinderheim Marianum Generationen von Kindern und Jugendlichen betreut. Das seinerzeit neue Konzept der familienähnlichen Gruppen sah vor, dass etwa zwölf bis 14 Kinder von einer "Mutter" betreut werden. Zu so einer "Mutter" wurde Schwester Thaddäa für viele Jungen und Mädchen. Auch für Francesco Grieco (42) und Stefan Schwingeler (40), die beide jeweils im Alter von zwei Jahren von Schwester Thaddäa in Obhut genommen wurden. Sie erinnern sich an sie als eine zupackende, lebensbejahende und fröhliche Frau, die mit "ihren Jungs" viel unternommen hat. "Sie konnte gut zuhören und war immer hilfsbereit. Allein schon durch ihr Dasein und ihre beruhigende Ausstrahlung war sie uns eine große Hilfe", erinnert sich Stefan Schwingeler. "Allerdings konnte sie, wenn es nötig war, auch mal streng werden - aber das war dann auch gut so." Besonders intensive Erinnerungen haben beide "Jungs" an die gemeinsamen Reisen, zum Beispiel nach Südfrankreich. Oder auch daran, dass sich Schwester Thaddäa einmal für "ihre Kinder" von der Karnevalsgesellschaft in Schokolade aufwiegen ließ. Seit etlichen Jahren lebte Schwester Thaddäa im Ruhestand in ihrer kleinen Wohnung in der westlichen Innenstadt, blieb aber immer "die Mutter", an die man sich wenden konnte, wenn "der Schuh drückte".

Sie pflegte eine lange Freundschaft mit der Mutter von Pfarrer Günter Zorn und traf sich mit ihr, bis zu deren Tod im vergangenen Jahr, jeden Freitag zum Kaffeeklatsch. Pfarrer Zorn erinnert sich zudem dankbar daran, dass Schwester Thaddäa regelmäßig Orgel spielte zur Messe im Pauly Stift.

Am kommenden Sonntag, 6. Dezember, wird ihrer in St. Thomas Morus gedacht, im Rahmen der Messe um 10 Uhr.

Quelle: RP
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