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Krefeld
Triumphaler Auftakt der Linner Serenaden-Saison

Krefeld. Das Notos Quartett begeisterte mit Glanzleistungen.

Die erste Serenade nach der Sommerpause bot mit dem Notos Quartett eine nicht ganz alltägliche Besetzung, denn statt der oft zu hörenden vier Streicher wirkten hier derer drei und die ausgezeichnete Pianistin Antonia Köster mit, die das Ensemble-Spiel nicht nur mit der Klangfarbe des Instruments als solchem, sondern auch mit ihrem hohen individuellen Können, ihrer gestalterischen Kraft und ihrem Team-Geist bereicherte. So bildete sie ein ideales Rückgrat für Sindri Lederer (Violine), Andrea Burger (Bratsche) und Philip Graham (Cello), die mit Brillanz bestachen und mit Leidenschaft begeisterten.

Mozarts von Robert Levin rekonstruierte und vollendete "Sinfonia Concertante" bildete den heiter-temperamentvollen Auftakt, und die Vier glänzten im Einfallsreichtum der Komposition. Das große Highlight des Abends aber setzten sie mit einem Klavierquartett von William Walton (1902 - 1983), einem der aufregendsten und bedeutendsten britischen Komponisten des 20. Jahrhunderts, der hierzulande immer noch gern übersehen wird. Als 16-Jähriger hatte er die Urfassung dieses Opus geschaffen, sechs Jahre später heimste er - mit einer überarbeiteten Fassung - einen Carnegie Award ein.

Das Notos Quartett legte alles in dieses hochkomplexe und spannende Werk, was es aufzubieten hatte. Mit meisterlicher Präzision führten die jungen Musiker ihre Stimmen durch scheinbar aneinander vorbeilaufende oder gar widersprüchlich wirkende Linien, um einander alsbald wieder mit allen Tricks, die ein Streicher gelernt hat, zu umspielen, keltische und chinesische Melodik zu streifen, flirrend und zirpend in der Luft zu schweben oder energisch vorwärts zu stürmen, ein Weilchen lento zu darben, dann wie eine Knospe aufzubrechen, um schließlich unisono ganz leise auszuklingen.

So begeistert war das Publikum, dass es fast zwischen den Sätzen Applaus gespendet hätte, und bei solchen Gelegenheiten fragt man sich wirklich, ob man diesen alten Zopf nicht endlich abschneiden und einfach herzlich klatschen sollte. Nach dieser Glanzleistung und einer Erfrischungspause gelang es dem vielfach preisgekrönten Ensemble noch, einen Brahms ebenfalls auf höchstem Niveau zu zelebrieren - ein weiterer Triumph vor jubelndem Publikum.

(mojo)
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