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Krefeld
Trügerische Idylle am Rhein - erneut Mann vom Strom erfasst

Krefeld: Trügerische Idylle am Rhein - erneut Mann vom Strom erfasst
FOTO: Christoph Reichwein
Krefeld. Das Rheinufer bei Meerbusch-Nierst (unser Foto) lädt zum Planschen ein - und doch bedeutet die Strömung dort wie überall am Rhein eine unterschätzte, tödliche Gefahr, der immer wieder auch gute Schwimmer zum Opfer fallen. Am Mittwoch wurde an dieser Stelle ein 18-jähriger Afghane vom Fluss mitgerissen. Er lebte seit Februar in Krefeld in der Glockenspitzhalle. Auch gestern geriet ein junger Mann in Höhe von Krefeld im Rhein in Lebensgefahr. Von A. Kronemeyer und J. Voss

Die Rettungskräfte gehen vom Schlimmsten aus: Von dem jungen Mann, der am Mittwoch am Rheinufer von Meerbusch-Nierst von der Strömung mitgerissen worden war (wir berichteten), fehlt jede Spur. Mittlerweile steht fest: Es handelt sich um einen 18-jährigen Flüchtling aus Afghanistan, der seit Februar in Krefeld untergebracht war und in der Glockenspitzhalle lebte. Und der Leichtsinn nimmt kein Ende: Auch gestern ist ein junger Mann in Höhe Krefeld beinahe im Rhein ertrunken.

Wie die Feuerwehr gestern Abend mitteilte, wurde sie Nachmittag gegen 17 Uhr alarmiert. In Höhe des Rheinkilometers 764 sollte sich eine Person im Wasser befinden. Die Feuerwehr rückte mit Feuerlöschboot, Einheiten der Hauptfeuerwache und dem Rettungsdienst aus. Noch vor Eintreffen der Krefelder Kräfte wurde die Person auf Duisburger Rheinseite von den ebenfalls alarmierten Kollegen der Feuerwehr Duisburg gerettet und in ein Krefelder Krankenhaus gebracht. Der Mann im Alter zwischen 20 und 25 Jahren hatte mit Freunden am Ufer gegrillt, getrunken und war ins Wasser gesprungen. Dort wurde er von der Strömung überrascht und unter die Wasseroberfläche gezogen. Nur knapp konnte er sich ans Ufer retten.

Großeinsatz wegen Person im Rhein FOTO: Christoph Reichwein

Für den Mann, der seit Mittwoch im Rhein vermisst wird, besteht wenig Hoffnung. Nach bisherigem Ermittlungsstand hatte der junge Mann am Mittwochnachmittag mit fünf Freunden einen Ausflug Richtung Meerbusch entlang des Rheins unternommen. Dabei wollte er sich offenbar im Fluss erfrischen und wurde von der Strömung erfasst.

Seine Freunde waren in großer Sorge und Hektik; diese Aufregung bekamen wiederum andere mit, die sich am Rheinufer aufhielten. Sie alarmierten die Polizei und lösten einen Großeinsatz von Rettungskräften aus. Vergeblich - von dem Mann fehlt seitdem jede Spur. In Meerbusch herrscht große Betroffenheit. Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage erfuhr noch am Mittwochabend von dem Vorfall. "Darum haben wir auch keine Hotelschiffe angemietet, um sie bei uns unterzubringen. Die Gefahr, dass ein Flüchtling ertrinkt, war uns zu groß." Von Flüchtlingen ist bekannt, dass sie oft nicht schwimmen können. In Meerbusch werden die Flüchtlinge daher besonders auf die Gefahren, die vom Rhein ausgehen, hingewiesen.

Der schlimmste Badeunfall am Rhein der vergangenen Jahre in Krefeld ereignete sich im Juli 2010, als in Uerdingen gleich zwei junge Männer, 18 und 19 Jahre alt, von einem plötzlichen Sog ins Wasser gezogen wurden und ertranken. Damals stand eine Gruppe von fünf jungen Männern hüfttief im Wasser; alle hielten sich an den Händen, als ein großes Frachtschiff vorbeifuhr. Der Sog des Schiffes zog den Männern den Sand unter den Füßen weg und trieb sie in die Flussmitte. Drei von ihnen konnten sich retten, die beiden anderen kamen ums Leben. Der Rhein fließt an dieser Stelle mit einer Geschwindigkeit von etwa zehn Kilometern pro Stunde.

Quelle: RP
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