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Krefeld
Türkischer Arbeiterverein kritisiert die Türkische Union und die CDU

Krefeld. Mahin Sahin und Hayri Cakir legen nach und bekräftigen ihre Kritik an der Bundesregierung und auch an der Türkische Union Krefeld. Die beiden Vorstandsmitglieder des Vereins Solidaritätshaus - Mitglied im Dachverband demokratischer Arbeitervereine aus der Türkei - appellieren, den Kuschelkurs mit dem "Erdogan-Regime" aufzugeben. "Alle Funktionäre aller politischen Parteien auf allen Ebenen der Politik müssen ihre Beziehungen zur Türkei und den in Deutschland ansässigen und Erdogan-nahen Organisationen und Vereinen wie DITIB und UETD kritisch überarbeiten", fordern sie.

Nunmehr arbeiteten Erdogan-Funktionäre auch mit Ultranationalisten wie den Grauen Wölfe und anderen nationalistischen Organisationen und Parteien zusammen. In Krefeld sei "die Union der türkischen und islamischen Vereine in Krefeld und Umgebung" als solches Beispiel zu nennen. Längst hätten sich diese in Dachverbänden zusammengeschlossen und dienten als eine Art Sammelbecken. Deshalb sei seitens der deutschen Politik ein besonderes Augenmerk auf diese Verbände empfohlen, erklären Sahin und Cakir. In Krefeld ist insbesondere die Rolle der SPD-Ratsfrau Halide Özkurt in die öffentliche Kritik geraten. Die CDU forderte von ihr ein öffentliches Bekenntnis zur demokratischen Grundordnung Deutschlands. Halide Özkurt ist bei der DITIB angestellt. Sahin und Cakir halten die Forderung für berechtigt.

Auf der anderen Seite wollen sie jeglichen Machenschaften und Themen, die Vorurteile gegenüber muslimischen Migranten schüren und vertiefen, konsequent gegenübertreten. Das Solidaritätshaus erachte es unter anderem als verfehlt, Themen wie Burka-Verbot oder doppelte Staatsangehörigkeit in den Wahlkampf zu tragen. "Damit würden Muslime wieder zu Sündenböcken gemacht. Rechte Parteien werden dies für ihre Propaganda zu nutzen wissen", sagen die beiden.

Die Äußerungen der Türkischen Union halten Sahin und Cakir für Lippenbekenntnisse: Deren Vorsitzender spreche davon, dass man sich nicht nur zum Grundgesetz bekenne, sondern auch die Grundhaltungen lebe und jene Tugenden in den Mitgliedervereinen fördere. Frage sich nur, wie das gehen solle, wenn man sich nicht klar vom Erdogan-Regime distanziere, fragen die beiden.

Es sei bekannt, dass die UETD und die DITIB europäische Ableger dieses Regimes seien. In der Türkei herrsche Diktatur. "Es ist wichtig zu erkennen, dass mit dem Gewähren des türkischen Nationalismus' die Integration in Deutschland nicht funktionieren kann. Wir als Solidaritätshaus stehen für ein Krefeld, ohne jeglichen Rassismus und Nationalismus", erklärt der Vorstand des Solidaritätshauses.

(sti)
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