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Krefeld
Überwältigende Mehrheit für Sanierung der Grotenburg

Krefeld: Überwältigende Mehrheit für Sanierung der Grotenburg
Deutlich geringer als erwartet war die Publikumsresonanz gestern im Finanzausschuss. Dabei wurde die Sitzung, bei der es unter anderem um die mögliche Sanierung der Grotenburg ging, sogar per Stream live in den Nebenraum übertragen. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Falls der KFC Uerdingen aufsteigen sollte, wird er seine Heimspiele auch in Krefeld austragen können. Die Weichen dafür hat der Finanzausschuss gestellt. Ein mobiles Stadion wird abgelehnt. Von Thomas Schulze

Fußball ist Deutschlands Sportart Nummer eins, ein Thema, das die Massen bewegt. Und spätestens seit Mikhail Ponomarev, der Präsident des KFC Uerdingen, nicht nur ambitionierte Ziele ausgerufen, sondern eine siebenstellige Summe in die Hand genommen hat, um den Aufstieg in die dritte oder gar zweite Liga auch zu erreichen, brennt den Krefeldern das Thema unter den Nägeln, denn sie verfügen über kein Stadion, in dem Drittliga-Fußball gespielt werden kann. Die 1927 eingeweihte Grotenburg-Kampfbahn erfüllt nicht die sicherheitsrelevanten Anforderungen.

Der Punkt, ob und wie es mit dem maroden Stadion weitergehen soll, stand gestern ganz oben auf der Tagesordnung des Finanzausschusses. Dabei hatten die Fußballfans die Lage weitaus realistischer eingeschätzt als die Stadt. Dass die Sitzung live in den Nachbarraum übertragen wurde, wo die Anhänger ausreichend Platz fanden, war gut; hingegen wirkten die mehr als ein halbes Dutzend Sicherheits- und Ordnungskräfte ziemlich übertrieben, wenn nicht gar unangemessen. Die Stimmung war nämlich sowohl im Saal, in dem die Ausschüsse tagten, als auch in jenem der Besucher, gleichermaßen friedlich wie einmütig.

Als nach einer Stunde darüber abgestimmt wurde, ob die Grotenburg saniert werden soll, stimmte eine überwältigende Mehrheit dafür - lediglich FDP und Linke verweigerten sich dem Beschlussentwurf. Die Vorlage der Verwaltung war von CDU noch präzisiert worden, was sich als hilfreich erwies.

1,95 Millionen Euro werden benötigt, um überhaupt den den Spielbetrieb in der Regionalliga aufrecht erhalten zu können. Damit die Grotenburg drittligatauglich wird, muss die Stadt dann noch einmal rund 6,7 Millionen Euro investieren - nicht etwa für Logen oder VIP-Räume, sondern für elektrische Anlagen, Notstromversorgung, Brandschutz und Ähnliches.

"Es handelt sich um ein ziemlich großes Projekt. Das können wir nicht aufgrund einer solchen Grobkostenschätzung beschließen", sagte Philibert Reuters (CDU) und forderte von der Verwaltung noch detailliertere Ausarbeitungen. "Es handelt sich um die Re-Vitalisierung der Grotenburg. Dazu bedarf es eines Maßnahmenkatalogs, eines Zeit- und Ablaufplans, eines Phasenmodells. Es muss nicht alles auf einmal geschehen."

Kritik am zeitlichen Druck übte SPD-Fraktionschef Benedikt Winzen. "Aber wir versetzen die Verwaltung mit der heutigen Entscheidung in die Lage, die Planungen bis zur Ratssitzung zu konkretisieren", sagte er. Die findet am 12. April statt. Diesen Zeitrahmen findet wiederum Kämmerer Ulrich Cyprian sehr ambitioniert, zumal die Osterferien noch in diese Phase fallen. "Wir müssen das Stadion neu planen", erklärte Matthias Pasch vom Fachbereich Sport. "Dabei müssen wir mögliche Erweiterungen in die Planungen mit einbeziehen."

Die SPD knüpfte ihre Zustimmung daran, "dass kein Cent, der für den Breitensport vorgesehen ist, für die Sanierung verwendet wird". Das versicherte Cyprian. Das kommunale Konjunkturprogramm werde in Anspruch genommen, die Einzelmaßnahmen nach konsumtiver und investiver Zuordnung dargelegt. Hingegen war das Thema "mobiles Stadion" schnell vom Tisch. Reuters bezeichnete es als "nicht wirtschaftlich". Sein Kollege Winzen ermahnte die Stadt zugleich, "mit städtischen Immobilien, dem Vermögen der Bürger, vorsorglicher umzugehen". Schließlich ist seit fast vier Jahrzehnten nahezu nichts in Erhalt und Pflege der Grotenburg investiert worden.

Quelle: RP
 
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