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Krefeld
Uerdingens Ex-Karnevalsprinzessin soll SPD-Bundestagskandidatin werden

Krefeld. Auf der Vorstandssitzung der SPD Krefeld wurden gestern Abend zwei weitreichende Entscheidungen getroffen. Die SPD Krefeld empfiehlt zum einen keine Krefelder Kandidatur für die Nachfolge des Bundestagsabgeordneten Siggi Ehrmann. Zum anderen wurde für den südlichen Wahlkreis (Wahlkreis Krefeld I - Neuss II) eine klare Entscheidung getroffen. Der Vorstand nominiert Uerdingens ehemalige Karnevalsprinzessin Nicole Specker. Das Gremium hat sich in geheimer Wahl auf diese Empfehlung festgelegt. Specker ist den Krefeldern bestens bekannt aus der vergangenen Session. Sie hat mit ihrem Mann als Vertreterin Krefelds am Prinzpaar-Empfang im Kanzleramt teilgenommen.

Specker ist seit 25 Jahren Mitglied der SPD in Krefeld und eine engagierte Gewerkschafterin bei der IG BCE. Die kaufmännische Angestellte ist im Betriebsratsbüro der Covestro beschäftigt. Sie ist verheiratet und Mutter eines Sohnes. "Ich möchte mich sehr für das Vertrauen der Genossinnen und Genossen in Krefeld bedanken. Aber ich möchte für den ganzen Wahlkreis kandidieren. Daher freue ich mich nun auf die Genossinnen und Genossen im Rhein-Kreis Neuss", erklärte Specker gestern. Im November ist die Delegiertenkonferenz, die über die endgültige Nominierung entscheidet. Specker und ihr Mann haben es im Karneval verstanden, mit ihrem "Oeding ist jeck und tolerant - wir feiern mit allen Narren Hand in Hand" unaufdringlich und sympathisch für Integration und gegen Rassismus einzutreten. Sie knüpften dabei an die Gewerkschaftskampagne der "Gelben Hand" gegen Rassismus an: "Wir wollten diesen Gedanken auch im Karneval transportieren und zeigen, dass wir alle Narren, also alles Menschen sind. Alle anders, aber eben alle gleich", hatte sie seinerzeit im RP-Interview gesagt. Auch ihre Erfahrungen in der Industrie, in der viele Nationalitäten zusammenarbeiten, hätten sie darin bestärkt. Specker ist eloquent, unideologisch, als Gewerkschafterin kampagnenerfahren und geerdet in Uerdingen. Im Norden teilt sich Krefeld den Bundestagswahlkreis mit dem Kreis Wesel. Der SPD-Vorsitzende Ralph-Harry Klaer hat daher mit den SPD- Vorsitzenden im Kreis Wesel und im Rhein-Kreis Neuss ein Verfahren zur Kandidatenfindung festgelegt. In einem abgestimmten Prozedere mit der SPD Wesel werden die Kandidaten aus Moers und Neukirchen-Vluyn in Krefeld vorgestellt. Mehrere Vorstandsmitglieder sprachen sich bereits jetzt für die Kandidatin Elke Buttgereit aus Neukirchen-Vluyn aus. Die Kandidaten aus dem Kreis Wesel sind eingeladen, sich am 31. August in Krefeld vorzustellen.

(vo)
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