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Krefeld
Uerdinger Schulen setzen Maßstäbe

Krefeld: Uerdinger Schulen setzen Maßstäbe
Aus direkter Nachbarschaft wird enge Partnerschaft. Hans-Jürgen Steffens, Schulleiter des Berufskollegs und Brigitte Munsch, Leiterin der Gesamtschule, haben eine Kooperation beider Schulen beschlossen. FOTO: Lammertz
Krefeld. Gesamtschule und Berufskolleg Uerdingen kooperieren ab sofort. Durch die Zusammenarbeit sollen gemeinsame Schwerpunkte gestärkt und die Wege kürzer werden. Eine derartige Zusammenarbeit ist im Regierungsbezirk einmalig. Von Markus Plüm

Zwei Schulen, die nur einen Steinwurf voneinander entfernt liegen und zugleich ihre Schwerpunkte in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) setzen. Was liegt da näher, als miteinander zu arbeiten und vorhandene Strukturen auszunutzen? Genau darum haben nun die Gesamtschule und das Berufskolleg Uerdingen (BKU) eine Kooperationsvereinbarung geschlossen.

Zukünftig wollen beide Schulen von ihrer räumlichen und fachlichen Nähe profitieren und die bereits gelebte Zusammenarbeit noch intensiver betreiben. "Schon bei Gründung der Gesamtschule gab es von unserer Seite Überlegungen, eine Kooperation einzugehen. Diese Idee füllen wir nun mit Leben", sagte Hans-Jürgen Steffens, der Leiter des Berufskollegs. Ziel der Vereinbarung sei es, insbesondere Mädchen sowie Jugendliche mit Migrationshintergrund für technische Inhalte und eine berufliche Laufbahn in diesem Bereich zu begeistern. "Zudem wollen wir dadurch unseren Schülern nach der neunten oder zehnten Klasse den Übergang auf das Berufskolleg erleichtern", fügt Gesamtschulleiterin Brigitte Munsch hinzu.

Die zukünftige Zusammenarbeit wurde von den beiden Schulleitern am Montag schriftlich besiegelt. Vor Ort waren auch Krefelds Schuldezernent Gregor Micus, Fachbereichsleiter Jürgen Maas sowie Ulrich Graf und Christina Hüsing als Vertreter der Bezirksregierung Düsseldorf. Letztere unterstrich noch einmal die Wertigkeit der Kooperation: "Eine derartige Zusammenarbeit gibt es im Regierungsbezirk noch nicht, hier betreten beide Schulen Neuland und setzen Maßstäbe."

Die Vereinbarung wird ab sofort nicht nur durch den strukturellen Austausch beider Schulen umgesetzt, auch praktisch werden einige Neuerungen auf die Schüler zukommen. "Wir konnten bereits die Labore des BKU für unsere Technik-AG's nutzen, zukünftig kann dort auch der Chemieunterricht stattfinden", berichtet Brigitte Munsch. Im Gegenzug würde die Gesamtschule die Berufskolleg-Schüler in den Sprachen unterrichten können. Außerdem soll die Sporthalle gemeinsam genutzt werden. Gleichzeitig werden beide Schulen auch ihre Lehrkräfte untereinander austauschen. "Die Kollegen werden an der jeweils anderen Schule hospitieren."

Ein weiterer Nutzen der nun beschlossenen Zusammenarbeit liegt für Hans-Jürgen Steffens in der Konzentration auf die MINT-Fächer beider Schulen. "Schüler, die an einer beruflichen Laufbahn in diesem Bereich interessiert sind, können nun schon vorher ihre Stärken entdecken, unsere Lehrer kennenlernen und mögliche Schwellenängste abbauen. So können wir Bildungsketten schließen." Das stärke letztendlich nicht nur die Berufschancen der Jugendlichen, sondern setze gleichzeitig die Handlungsmaximen der Landesinitiative "Kein Abschluss ohne Anschluss" um.

Auch Gregor Micus ist von der Sinnhaftigkeit der neuen Kooperation überzeugt: "Hier wird ein gemeinsames Netzwerk geschaffen, dass für die Zukunft der Schüler nur vorteilhaft sein kann. Es wäre töricht gewesen, eine derartige Zusammenarbeit nicht anzustreben." Daher unterstütze auch die Stadt Krefeld diesen Beschluss vollumfänglich.

Quelle: RP
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