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Krefeld
Umbau der Verwaltung: Meyer "enttäuscht" über Kritik

Krefeld. Nach Kritik von Personalvertretern des Fachbereichs Tiefbau wirbt der Oberbürgermeister in einem Brief an die Mitarbeiter um Vertrauen. Der Gesamtpersonalrat will Meyers Vorschläge abwarten. Von Jens Voss

Oberbürgermeister Frank Meyer hat sich in einem Schreiben an die Mitarbeiter im Rathaus enttäuscht über Kritik an angeblich mangelhafter Information über den Stand der Reformpläne geäußert. Zugleich warb er um Vertrauen und hat detailliert zahlreiche Informationsveranstaltungen über den anstehenden Umbau der Verwaltung aufgelistet. Während die Kritik vom Örtlichen Personalrat Tiefbau kam, nahm der Gesamtpersonalrat Meyer in Schutz: "An Frank Meyer liegt es nicht", sagte der Gesamtpersonalratsvorsitzende Heribert Boosen zum Thema Missstimmung zwischen Mitarbeitern und Verwaltungsspitze auf Anfrage unserer Redaktion.

Der Gesamtpersonalrat hat sich Boosen zufolge bislang mit Äußerungen zum Reformvorhaben zurückgehalten, weil sich noch zu wenige Details dieses sehr komplexen Vorhabens abzeichnen. Der Gesamtpersonalrat arbeitet mit einer Wirtschafts- und einer Steuerberatungsgesellschaft zusammen, um Modellrechnungen über Effizienzsteigerungen und mögliche Arbeitsverdichtungen zu prüfen.

Boosen betonte, der Zeitplan für die Reformen sei ambitioniert. Die Pläne sollen in der kommenden Sitzung des "Unterausschusses zur Gründung eines Kommunalbetriebs" am Freitag, 17. November, vorgestellt und in der Ratssitzung am 5. Dezember verabschiedet werden. Ziel ist es, mit dem neuen Betrieb 2018 zu starten. Erst mit dem Ratsbeschluss könne der Gesamtbetriebsrat in das Mitbestimmungsverfahren einsteigen und in dem gesetzlichen Verfahren gegebenenfalls die Einigungsstelle anrufen.

Hintergrund: Das Rathaus steht vor seiner vielleicht größten Reform seit Kriegsende. Meyer listete in seinem Schreiben noch einmal die Projekte auf - vor allem die Gründung eines Kommunalbetriebs als Anstalt des öffentlichen Rechts für die technischen Ämter, die Gründung eines neuen Fachbereichs Migration und Integration sowie das Projekt Zentrales Gebäudemanagement.

Die Unruhe im Rathaus darüber ist offenbar groß. Die Kritik an angeblich mangelhafter Kommunikation kam vom Örtlichen Personalrat Tiefbau; sie wurde auch über die Presse öffentlich gemacht (wir berichteten).

Meyer wies die Kritik im Ganzen zurück, räumte aber ein, dass der Vorwurf, auf das jüngste Schreiben des ÖPR nicht geantwortet zu haben, zutrifft. "Ich bedaure, dass dadurch Irritationen entstanden sind", schreibt Meyer, betont aber auch, dass es konkret im Kern nur um die Anregung gegangen sei, die Tiefbau-Mitarbeiter, die in der Kernverwaltung verbleiben, in einer Organisationseinheit zusammenzufassen. Diese Aspekte, sagte Frank Meyer zu, "fließen selbstverständlich in die weiteren Überlegungen ein".

Zugleich hieß es, die Kritik enttäusche ihn, weil sie in wesentlichen Punkten nicht zutreffe. Inhalt und Form der Mitteilung entsprächen zudem nicht dem, "wie ich die Zusammenarbeit mit anderen örtlichen Personalvertretungen und besonders auch dem Gesamtpersonalrat wahrnehme und erlebe. Sie enttäuscht mich auch deshalb, weil wir in einem kollegialen Miteinander anders kommunizieren sollten - nämlich auf direktem Wege", schreibt Meyer. Darin bezieht er sich wohl auch darauf, dass der ÖPR seine Kritik auch öffentlich gemacht hat.

Meyer betonte die Notwendigkeit der Reformen und dass es ihm wichtig sei, "dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesen Prozess einbezogen werden und ein Informationsaustausch unmittelbar stattfindet".

Quelle: RP
 
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