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Krefeld
Umstrittenes Städteranking: Krefeld setzt auf Imagewende

Krefeld. Das Ergebnis des "Brandmeyer Stadtmarken Monitors", bei dem Krefeld nur Platz 48 unter den 50 größten deutschen Städten belegte, kommt aus Sicht des Fachbereichs Marketing und Stadtentwicklung der Stadt Krefeld nicht überraschend. Gestern äußerte sich Stadtmarketingchef Ulrich Cloos zu der umstrittenen Umfrage, an der 5003 Deutsche teilgenommen hatten, die zum großen Teil aber niemals in Krefeld waren. Das Unternehmen Brandmeyer will mit seiner Umfrage nur Aufschlüsse über das Image von Großstädten liefern. "Es ist kein gutes Ergebnis und sollte auch nicht ignoriert werden", erklärt Stadtmarketingchef Uli Cloos. Der Aufbau eines positiven und prägnanten Images erfordere "konsequentes und konsistentes Agieren der Marke über viele Jahre hinweg". Cloos sagt, dass in Krefeld die Stimmung zu Beginn der 2000er Jahre noch "greifbar gedämpft" gewesen sei - kaum noch ein Krefelder habe damals mit Stolz oder überzeugender Euphorie über seine Stadt gesprochen."

Der spürbare Bedeutungsverlust von der einstigen Seidenmetropole zur postindustriellen Stadt am Niederrhein mit einer stark kriegszerstörten Substanz habe zu "emotionalen Abnabelungsprozessen" geführt, analysiert Cloos. Solche Entfremdung von der eigenen Stadt würde sich dann Jahre später in Umfragen wie dem aktuellen Brandmeyer-Report auswirken.

"Ursächlich könnte sein, dass sich Krefeld zu lange in einst vorhandener, aber vergangener Strahlkraft gesonnt hat", bilanziert Cloos. Deshalb habe die Stadt Krefeld vor rund fünf Jahren unter anderem mit einer Neuausrichtung des Stadtmarketings einen Neubeginn eingeleitet.

Er glaubt, dass die jüngsten Investitionen in der City, Ostwall-Carree, neue Volksbank, Haltestellenbereich am Ostwall, Neubau der Wohnstättenzentrale, Passage zum Ostwall, Kaiser-Wilhelm-Museum, die Sparkasse an der Rheinstraße oder die jüngsten Investitionssignale von Sinn Leffers und Schwanenmarkt für einen Umschwung sorgen.

"Noch realisiert nicht jeder Krefelder die spürbare Aufbruchsstimmung, und bis diese Imageveränderungen überregional wirken, werden noch Jahre benötigt. Aber aus Marketingsicht gilt es jetzt, diese Schubkraft zu nutzen und den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen", sagt Uli Cloos. Das Stadtmarketing arbeite mit Konzepten wie "Kultur findet Stadt(t)", dem identitätsstiftenden Gestaltungskonzept oder dem Parfümdesignprojekt ESCN Crefeld an einem besseren Image.

Der mit neuen Inhalten gefüllte Stadtslogan "Samt und Seide" entwickle sich zu einem Qualitätsbegriff, der das Image einer kreativen, innovativen und weltoffenen Stadt inzwischen über Krefeld hinaus glaubwürdig verbreite. Cloos: "Es wäre fatal, diesen konsequent eingeleiteten Prozess, der sich in sämtlichen Kommunikationsmedien niederschlägt zu stoppen, nur weil aktuelle Rankings diesen Imagewandel noch nicht abbilden können." Jetzt sei Konsistenz und Konsequenz gefragt, damit sich Binnen- und Außenwahrnehmung der tatsächlichen Entwicklung angleichen können.

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