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Krefeld
Ungewöhnliche Einblicke in die Klausur

Krefeld: Ungewöhnliche Einblicke in die Klausur
Die Hülser Klausur mit ihren schönen Fachwerkhäusern liegt im Schatten des Turms östlich der Pfarrkirche St. Cyriakus. FOTO: Lammertz Thomas
Krefeld. Die historische Anlage des ehemaligen Beginenhofs aus dem Jahr 1398 im Herzen von Hüls wird ausschließlich von den Eigentümern unterhalten und gepflegt. Wir hatten Gelegenheit, uns auf dem Privatgelände ausgiebig umzusehen. Von Jochen Lenzen

Im Streit um die Zugänglichkeit der Hülser Klausur, der im Frühjahr ausgebrochen war, wurde unter anderem gefordert, man möge den Bewohnern, die sich einem öffentlichen Zugang zu der historischen Anlage sperrten, doch die Zuwendungen kürzen. Diese Bemerkung hat die Eigentümergemeinschaft veranlasst, einmal klarzustellen, dass das gesamte Gelände ausschließlich mit Mitteln aus ihren Reihen unterhalten und gepflegt wird. Unsere Redaktion hatte jetzt Gelegenheit, sich in der heute privaten Anlage des ehemaligen Beginenhofs und Frauenklosters "Von der Verkündigung Mariens", die auf das Jahr 1398 zurückgeht, ausgiebig umzusehen.

Moderne Flure mit Basaltböden unter der historischen Wannendecke beeindrucken ebenso wie alte Gewölbekeller mit unerwarteten Nischen und die Optik eines der Treppenhäuser vom Erdgeschoss bis in die Höhe des Dachgeschosses. FOTO: Thomas Lammertz

Auf dem Gelände der Klausur werden 29 Wohnungen von 27 Parteien - 60 Prozent Eigentümer, 40 Prozent Mieter - bewohnt. Die von hübschen Gärtchen umgebenen Gebäude unterschiedlichen Alters reichen in ihrer Größe vom anderthalbgeschossigen ehemaligen Backhaus über das zweieinhalbgeschossige ehemalige Brauhaus bis zum dreigeschossigen Mehrfamiliengebäude mit Dachgeschoss. Auch die vormalige Klosterkirche ist heute bewohnt. Die Wohnflächen sind zwischen 35 und mehr als 100 Quadratmeter groß. Zu den Gebäuden der Eigentümergemeinschaft gehört auch das moderne "Haus der Gesundheit" mit verschiedenen Praxen am östlichen Ende der Anlage. Von dort aus wird die komplette Anlage zentral versorgt.

Während die Außenansicht der Klausur-Anlage unter Denkmalschutz steht - es dürfen beispielsweise keine Antennen angebracht werden -, konnten in Abstimmung mit dem Denkmalamt bei der Grundsanierung Mitte der 1980er Jahre sämtliche Innenräumlichkeiten heutigen Wohnansprüchen angepasst und entsprechend modern umgebaut werden. Ausgenommen davon sind aus Gründen der Statik die meisten alten Balken.

FOTO: Lammertz Thomas

Zum Wohnkomfort gehören auch die Wasserversorgung und die Gasheizungsanlage, die innerhalb des vergangenen Jahres vollständig erneuert werden mussten. Die minderwertig isolierten Einrohrleitungen verursachen aber einen Wärmeverlust auf teils langen Wegen von der Zentralversorgung bis zu den Wohnungen. Als nächste große Aufwendung steht für die Eigentümergemeinschaft der neue Anstrich der Gebäude-Außenmauern an. Für den Erhalt der Klausur müssen die Eigentümer einen Hausmeister, eine Reinigungsfirma für die Treppenhäuser sowie einen Gärtner für Pflege der Grünanlage und der kopfsteingepflasterten Wege beschäftigen. Ein weiterer großer Posten sind die Abwassergebühren für die hohe Quadratmeterzahl der vielen Dächer und für den zur Anlage gehörenden Parkplatz.

Die Klausur sei kein Freilichtmuseum, und es sei schon ein Unterschied, ob ein Nachbar vorbeigeht oder ob Fremde ungebetenerweise auf das Gelände kommen, auf dem Privatleben stattfindet, und in die Wohnungen blicken, heißt es seitens der Eigentümergemeinschaft. Seit dem RP-Bericht vom Mai habe sich die Situation etwas gebessert, und die Eigentümer hoffen weiterhin, dass Außenstehende das Schild am Eingang mit der Bitte um Rücksichtnahme beachten.

FOTO: Lammertz Thomas
Quelle: RP
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