| 00.00 Uhr

Krefeld
"Uns geht es um Ernährungssouveränität"

Krefeld: "Uns geht es um Ernährungssouveränität"
Die Krefelderin Karin Mast, Mitorganisatorin des "Food Freedom Movement" , bei einer Klima-Aktion auf dem Rathausplatz. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Die Krefelder Interessensgemeinschaft "Food Freedom Movement" klärt Verbraucher auf, welchen Einfluss sie auf die Produktion und Verarbeitung von Nahrungsmitteln haben. Morgen gibt es dazu einen Vortrag: "Die Kuh ist kein Klimakiller". Von Beate Wyglenda

Als Zusammenschluss mehrerer Gruppen setzt sich Food Freedom Movement Krefeld seit knapp zwei Jahren gegen gentechnisch manipulierte Lebensmittel und für eine ökologische Landwirtschaft ein. Die Aufklärung der Verbraucher bildet den Schwerpunkt der Arbeit. Die Initiatorin Karin Mast und Mitstreiter Knut Habicht wollen das Wissen darüber auch in Krefeld verankern.

Ihren Ursprung hat die Krefelder Bewegung in den USA. 2013 startete die junge Mutter Tami Canal nach der Ablehnung eines Gesetzesvorschlags zur Kennzeichnung von genmanipulierten Lebensmitteln die Initiative March against Monsanto. Damit kritisierte sie vor allem das Unternehmen Monsanto, welches maßgeblich am Scheitern des Gesetzesvorschlags beteiligt war. "Tami Canal startete eine Social-Media-Kampagne, die weltweit Proteste gegen genmanipulierte Nahrungsmittel auslöste", erzählt Mast.

Auch die Krefelderin beteiligte sich damals mit Gleichgesinnten mit Infoständen an dem Protest. Weitere Demonstrationen folgten 2014 und 2015, erweitert durch Informationsveranstaltungen zum Welternährungstag. Immer mehr Gruppen und Initiativen schlossen sich an. So entstand - parallel zu der weltweiten Kampagne - die Krefelder Interessengemeinschaft Food Freedom Movement. "Das waren teils die gleichen Leute wie zuvor, aber wir wollten lieber eine positive Botschaft vermittelt", sagte Mast. "Uns geht es um Ernährungssouveränität, den Schutz kleinbäuerlicher Landwirtschaft und ökologischer Wirtschaftsweisen - ohne Gentechnik", betont die Initiatorin.

Dabei sei es wichtig, die Themen ganzheitlich zu betrachten und auf die Zusammenhänge hinzuweisen. Ein Beispiel: Der Raubbau von Großkonzernen in Entwicklungsländern zerstört nicht nur die örtlichen kleinbäuerlichen Netzwerke, sondern führt auch zu Bodenerosion. Zeitgleich wird ein Großteil der in Monokulturen angebauten Rohstoffe zu Futtermitteln für Nutztiere oder als Biotreibstoff verwertet anstatt für Lebensmittel. Dies alles bewirkt Armut und Hunger. "Wir wollen den Leuten bewusstmachen, dass sie sich auch ohne den Raubbau oder die Massentierhaltung zu fördern, gut und gesund ernähren können", betont Habicht.

Dogmatisch wollen die Anhänger von Food Freedom Movement den Verbrauchern jedoch nicht entgegentreten: "Wir möchten niemandem irgendeine Ideologie aufdrücken. Es geht auch nicht darum, nur vegan oder nur bio zu leben. Es ist aber wichtig, die Menschen über die Ursachen des Hungers in der Welt aufzuklären und aufzuzeigen, welchen Einfluss jeder auf die Produktion und Verarbeitung von Nahrungsmitteln hat." Mit veganen Rezepten und Kostproben, Listen von Bioläden und regionalen Erzeugern macht die Interessensgemeinschaft zeitgleich Lust auf ökologisch erzeugte Lebensmittel. "Wir möchten die Leute zum Nachdenken bringen. Die Entscheidung über sein Handeln liegt dann bei jedem selbst", so Habicht.

Das Interesse der Krefelder für die Themen wachse zumindest. "Viele sind bereits ein bisschen sensibilisiert", sagt Mast. "Und wir arbeiten nach dem Motto: Steter Tropfen höhlt den Stein."

Die nächste Veranstaltung findet am morgigen Donnerstag, 12. November, 19 Uhr in der VHS, Von-der-Leyen-Platz 2, statt. Die Tierärztin Dr. Anita Idel, Autorin von "Die Kuh ist kein Klimakiller" geht der Frage nach: "Braucht der Mensch noch Nutztiere?" Infos: mam-krefeld.jimdo.com

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Krefeld: "Uns geht es um Ernährungssouveränität"


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.