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Krefeld
"Unverschämt" - Streit um Gewerbegebiet

Krefeld. Ungewöhnlich heftig hat die Grünen-Ratsfrau Anja Cäsar Kritik an einem Gutachten für das Interkommunale Gewerbegebiet Krefeld/Meerbusch geäußert: Sie sprach von einer "Unverschämtheit", von einem "Schlag ins Gesicht für Fischeln und für Krefeld " und schloss sarkastisch, Krefeld könne "den Meerbuscher auch direkt unseren Anteil Gewerbesteuer versprechen". Hintergrund: Aus dem Gutachten gehe hervor, dass das Krefelder Stück für Logistik vorgesehen ist; eigentlich will Krefeld auf Firmen setzen, die mehr Arbeitsplätze schaffen. Die Planer, so Cäsar, würden die "Sahneteile" Meerbusch zuschlagen. Auf der Grundlage dieses Gutachtens sollen die Verwaltungen beider Kommunen die Planung des Gewerbegebietes vorantreiben; das Gutachten war gestern Thema im Planungsausschuss.

Die Grünen lehnen Gewerbegebietes entlang der A 44 ab; sie halten es für überdimensioniert und ökologisch schädlich. Die IHK hingegen schreibt dem Projekt große Bedeutung für die Ansiedlung neuer Arbeitsplätze zu und ist überzeugt, dass das Gebiet landesweite Ausstrahlung hätte. Der Planungsausschuss in Meerbusch hat bereits einen Beschluss vertagt. "Mit diesem Gewerbegebiet und dem geplanten Bebauungsgebiet Fischeln Süd-West würde vom Fischelner Süden nichts mehr übrig bleiben", erklärte die grüne Ratsfrau Heidi Matthias. Nach Meinung der Grünen geht durch die Versiegelung nicht nur Ackerboden verloren, sondern auch eine für die Stadt wichtige Frischluftschneise werde zerstört.

(jon/vo)
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