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Krefeld
Ursula Baaken erfindet das Rad neu

Krefeld. Die Krefelderin zeigt grafische Arbeiten im Kunstspektrum. Dabei lässt sie aus alltäglichen Dingen Neues entstehen. Von Mojo Mendiola

Grafisches aus den letzten drei Jahren zeigt Ursula Baaken derzeit im Kunst-Spektrum der Gemeinschaft Krefelder Künstler (GKK). "Meine Arbeiten entstehen am Computer. Auf der Basis fotografierter oder auf andere Weise abgebildeter Gegenständlichkeit entstehen durch Verwandlungs- und Überlagerungsprozesse neue Inhaltlichkeiten" - so beschreibt die Künstlerin selbst ihre Arbeitsweise.

Zwei motivische Schwerpunkte gibt es diesmal. Da ist zunächst der menschliche Kopf. Aus einem alten Lexikon hat die KrefelderKünstlerin eine Kupferstich-Illustration mit dem Titel "Oberflächliche Nerven des Kopfes und Halses" kopiert und anschließend auf vielfältige Weise weiterentwickelt. Meist im DIN A 3-Format und großenteils in Schwarzweiß, teilweise aber auch dezent koloriert und einige besonders schöne Arbeiten im Format 60 x 80 cm, lässt sie die Linien der Nervenbahnen mit den Adern von Baumblättern, dem Schuppenpanzer eines Reptils oder den Ringen einer Baumscheibe zu etwas Neuem verschmelzen und gewährt auf diese Weise dem Betrachter auch einen kecken und anregenden Blick auf das, was im menschlichen Kopf geschieht oder geschehen könnte.

Ein weiteres Hauptmotiv ist das Rad, das schon von Hause aus eine ganze Menge an Deutungsmöglichkeiten mitbringt. Bei Baaken werden es noch einige mehr, und in einem Bild lässt sie sogar ein schweres Maschinenrad federleicht in der Luft schweben. Eine kleinere Serie fängt in stark abstrahierten Landschaftsszenen auf raffinierte Weise die eigentümliche Mischung aus Feuer und Kühle ein, welche die isländische Natur ausmacht. In einer anderen Reihe wiederum stapelt und schichtet Ursula Baaken so unterschiedliche Formen zu Türmen aufeinander, dass diese eigentlich sofort einstürzen müssten. Trotzdem hat man das Gefühl, diesen "Konstruktionen" vertrauen zu dürfen.

Ammoniten, Treppenstufen, schaufel- und beckenknochenartige Gebilde, die zwischen Wolke und fester Form zu siedeln scheinen, und viele andere reizvolle Details gibt es in Ursula Baakens als Digitaldrucke realisierten Schöpfungen zu entdecken.

Und immer wieder begeistert die persönliche Handschrift der Künstlerin, die dank exzellenter Beherrschung ihres Bildbearbeitungsprogramms die optischen Wirkungen von Fotografie, Aquarell und Zeichnung in einer einzigen Darstellungstechnik vereint.

Kunst-Spektrum der GKK, St. Anton-Straße 90, bis 18. Juni, Donnerstag von 16 bis 20 Uhr, Samstag von 11 bis 14 Uhr

Quelle: RP
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