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Krefeld
Verberg: Baum ins Schützenzelt integriert

Krefeld: Verberg: Baum ins Schützenzelt integriert
Die fest stehende Eiche der Flohbuschwiese musste 1984 hinabgebogen werden, damit sie ins Zelt passte. Schützenkönig war damals Günter I. (Ahrensdorf). FOTO: Schützenverein Verberg
Krefeld. Der Schützenverein Verberg besteht jetzt seit 250 Jahren. In dieser langen Zeit musste einmal eine fest verwurzelte Eiche ins Schützenzelt integriert werden. Am Sonntag wird das Jubiläum mit einem öffentlichen Vergleichsschießen gefeiert. Von Jochen Lenzen

Ex-Schützenkönig Bernd Hauser und Thomas Basalla, Vorsitzender des "Verberger Schützenvereins 1765 e.V.", zeigen ein höchst ungewöhnliches Bild aus der nunmehr 250-jährigen Geschichte des Vereins: Im Schützenzelt, das 1984 einmalig auf der Wiese am Flohbusch aufgebaut worden war, steht eine Eiche! Der fest verwurzelte Baum musste in das Zelt integriert werden. Weil er aber zu hoch war, bogen die Schützen die Spitze hinab. Und das hat Spuren hinterlassen: Noch heute ist diese Biegung an dem Baum zu sehen, wenn er im Winter so gut wie keine Blätter trägt.

Der Verein nimmt sein 250-jähriges Bestehen am Sonntag, 30. August, zum Anlass für ein öffentliches Vergleichsschießen auf dem Franz-Nolte-Platz vor der Christus-König-Kirche, an dem ab 12 Uhr alle 26 Kompanien der Verberger Schützen teilnehmen. Verbunden ist es mit einem Sommerfest für alle Interessenten mit Live-Musik und Grillen. Am Samstag, 5. September, wird mit geladenen Gästen intern im "Haus Kleinlosen" gefeiert.

Das Banner mit dem Schützensilber ab 1765. FOTO: SVV

Die Historie des Verberger Schützenvereins ist eigentlich noch älter, als es die Jahreszahl im Namen des Vereins besagt. "Es gibt Aufzeichnungen ab 1743 über Könige und Schützensilber, aber weder Namen noch Silberplaketten", sagt Hauser. Die Verberger zogen damals bei den Bockumer Schützen mit. Dass es zu der Zeit schon einen Verberger Schützenverein gab, ist wahrscheinlich, aber nicht gesichert.

"Das älteste noch existierende Schützensilber stammt aus dem Jahr 1765, das daher in unserem Namen aufgeführt ist", sagt Thomas Basalla. Dieses Schützen- oder Königssilber ist Bestandteil des Banners, auf dem die Silberplaketten der ersten 20 Verberger Schützenkönige angebracht sind. Die Plaketten der jüngsten sechs Könige bilden eine Kette, die die Majestäten seit 2004 um den Hals tragen. Amtierendes Königspaar sind übrigens Gerd und Irmgard Siebenmorgen.

Das erste Schützenfest nach dem Krieg: Parade im Jahr 1956 mit den Grünen Jägeroffizieren vor Gut Heyenbaum. FOTO: SVV

Aus den ersten gut 100 Jahren des Schützenvereins gibt es nur das besagte Königssilber und die Erwähnung einer Schützenfahne von 1779, die aber nicht mehr existiert. "Sonst ist nichts dokumentiert", stellt Bernd Hauser fest, der aber weiß, dass es ab 1822 fünf Jahrzehnte lang keine Schützenaktivitäten gab. 1872 aber fanden sich wieder Verberger zusammen, um das Schützenwesen im Heimatdorf zu reaktivieren. Damals wurde zum ersten und einzigen Mal ein Schützenkönig per Wahl ermittelt.

Die aktuelle Fahne des Verberger Schützenvereins stammt aus dem Jahr 1979 und ist nicht mehr gewebt, sondern - wie ihre verschlissene Vorgängerin von 1959 - auf Seide gemalt. Sie zeigt - wie auch schon die ersten verschollenen Exemplare - das für Schützenvereine äußerst seltene Motiv des auferstandenen Christus.

Seit 1872 wurden, unterbrochen nur durch die beiden Weltkriege, wieder regelmäßig Schützenfest in Verberg gefeiert - das Erste nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahr 1956.

Seitdem fand es zuerst alle drei Jahre, später alle fünf Jahre statt. Als die Schützenfeste von Verberg und Traar kollidierten, einigte man sich 2009 darauf, dass Verberg nur noch alle vier Jahre feiert. Zu Pfingsten 2017 ist es wieder soweit; das vorherige Königsvogelschießen wird im September 2016 ausgetragen. Seit 26 Jahren wird das Schützenfest auf dem Franz-Nolte-Platz gefeiert. Zuvor hatte es verschiedene Standorte gegeben, darunter auch die eingangs erwähnte Wiese am Flohbusch mit der fest stehenden Eiche im Schützenzelt.

Quelle: RP
 
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