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Krefeld
Streik trifft Kitas, Bus, Bahn und Rathaus

Verdi: Streik 2018 trifft Kitas, Bus, Bahn und Rathaus in Krefeld
Ab Dienstag hat Verdi Beschäftigte in NRW zum Streik aufgerufen. Dieses Bild stammt von einer Kundgebung am Freitag in Frankfurt. FOTO: dpa, som fdt
Krefeld. GEW und Verdi planen für heute eine Kundgebung vor dem Rathaus. Die Stadt appelliert an die Eltern, die Kinder zu Hause zu lassen. In den Kitas gibt es nur Notgruppen-Betrieb. Auch städtische Seniorenheime werden bestreikt. Von Jens Voss

Die Bürger müssen sich heute auf Störungen und Behinderungen bei Bus und Bahn, im öffentlichen Dienst, in städtischen Kitas und Seniorenheimen einstellen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat einen ganztägigen Warnstreik angekündigt, um Druck für ihre Tarifforderungen aufzubauen. "Bedingt durch die Grippewelle und die Streiks müssen die Eltern heute davon ausgehen, dass in allen städtischen Kitas Notgruppen-Betrieb herrscht", sagte gestern Verdi-Sprecher Dominik Kofent auf Anfrage. Die Stadt appelliert an die Eltern, ihre Kinder möglichst zu Hause zu lassen. Die Streikenden werden sich heute vor dem DGB in der Fabrik Heeder sammeln und einen Demonstrationszug zum Von-der-Leyen-Platz durchführen, wo zwischen 10.30 und 12 Uhr eine Kundgebung stattfinden soll.

In Krefeld werden sich Mitarbeiter der Stadtverwaltung, der Stadtwerke sowie der EGK, der städtischen Seniorenheime und der Sparkasse Krefeld an den Warnstreiks beteiligen, erklärte Verdi. "Wir haben die Eltern und die Arbeitgeber am Freitag informiert, damit sie sich darauf einstellen können", erklärte GEW-Sprecher Philipp Einfalt zum Thema Kitas, "das war uns wichtig."

Die Stadt geht davon aus, dass folgende städtische Kitas von Streiks betroffen sein: Am Kinderhort, Arndtstraße, Florastraße, Herbertzstraße, Jakob-Hüskes-Straße, Körnerstraße, Krützboomweg, Raiffeisenstraße, Remscheider Straße, Verberger Straße und Westwall. Kinder, die nicht zu Hause versorgt werden können, werden in Notgruppen in ihrer Einrichtung betreut. Darüber hat die Stadt die Eltern seit gestern mit Aushängen in den betroffenen Kitas informiert. Bei weiterem Informationsbedarf können Eltern sich heute zwischen 7.30 und 9 Uhr bei der Stadt an Birgit Mayer-Koenig, Telefon 863264, wenden.

Auch an den drei städtischen Seniorenheimen wird es zu Arbeitsniederlegungen kommen. Verdi-Sprecher Konfent betonte allerdings, dass es zu keinen Beeinträchtigungen bei den Pflegeleistungen kommen wird. "Darauf achten wir, keiner muss sich Sorgen machen, dass die Bewohner vernachlässigt werden." Die Gewerkschaft habe sich an den Dienstplänen von Weihnachten und Silvester orientiert.

Im öffentlichen Nahverkehr werden die Streiks wohl vor allem den Busverkehr treffen. "Die SWK versucht, die Straßenbahnlinien in Krefeld durch Busse zu ersetzen und die Taktung mit Hilfe eines Notfahrplans weitestgehend aufrechtzuerhalten", erklärte dazu gestern die SWK, "Fahrgäste müssen aber Ausfälle und Verzögerungen einplanen".

Die Straßenbahnlinien 041, 042, 043 und 044 sollen am Tag des Warnstreiks komplett durch Busse ersetzt werden. Diese fahren nach der üblichen Straßenbahn-Taktung - "es ist aber mit Verspätungen zu rechnen", betont die SWK. Nicht angefahren werden können die Haltestellen Werner-Voss-Straße, Magdeburger Straße und Neukirchener Straße auf der Linie 042 sowie die Haltestellen Buddestraße und Glindholzstraße auf der Linie 044.

Bei den Buslinien erwartet die SWK insbesondere im Stadtgebiet erheblichen Behinderungen. Die Buslinien 046, 047, 051, 052, 054, 055, 056, 058, 059, 060, 061, 068, 069 und 927 entfallen demnach komplett, ebenso wie sämtliche NE-Fahrten. Die Ringbuslinien 045 und 049 in Hüls können voraussichtlich wie gewohnt fahren. Auch die Linien 064, 065, 067, 074 und 839 verkehren vermutlich uneingeschränkt. Die Linie 057 wird vermutlich zwischen Krefeld Hbf-Süd und Inrath im 30 Minuten Takt fahren, die Verbindungen Krefeld-Bösinghoven entfallen. Die Linien 062, 063 und 066 verkehren nur eingeschränkt.

Im Internet auf den Seiten der SWK und auf den SWK-Facebookseiten gebe es jeweils aktuelle Informationen zum Notfahrplan. Die SWK empfiehlt außerdem, den WhatsApp-Service "SWK live" zu abonnieren (www.swk.de/live), um am Streiktag auf dem Laufenden zu bleiben. Die Gewerkschaft will nach der zweiten ergebnislosen Verhandlungsrunde für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes des Bundes und der Kommunen Druck aufbauen. Gestreikt wird nicht nur in Krefeld, sondern auch in den Stadtwaltungen Mönchengladbach, Viersen, Willich und Tönisvorst. In Viersen werde der freigestellte Schulbusverkehr bedient, der restliche Personennahverkehr werde nicht fahren.

GEW-Sprecher Einfalt betont, der Streik richte sich nicht gegen Eltern und Kinder. Nur durch gute Arbeitsbedingungen und eine faire Bezahlung könnten junge, motivierte Menschen für die Sozial- und Erziehungsberufe gewonnen werden, so Verdi. Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Gehalt, mindestens 200 Euro pro Monat. Das sind die bisherigen Auswirkungen der Streiks.

Quelle: RP
 
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