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Krefeld
Verkäufer im Wettbewerb: Die Besten erzählen

Krefeld: Verkäufer im Wettbewerb: Die Besten erzählen
Bei diesem Trio sind sie gut beraten: Dino Mujdzic, Anduena Mustafa und Halil Özcelik machten beim Verkäufer-Wettbewerb der Berufsschulen die ersten Plätze unter sich aus. Sie verkauften Kamera, Pumps und Fußball-Schuhe. FOTO: T. Lammertz
Krefeld. Beim Verkäufer-Wettbewerb der Berufsschulen landeten drei Kaufmannsschüler im ersten Lehrjahr auf den ersten vier Plätzen. Von Bärbel Kleinelsen

Kunden können richtig nett sein. Diese Erfahrung haben drei Auszubildende zum Einzelhandelskaufmann bereits im ersten Lehrjahr gemacht. Die Drei, die ihre schulische Ausbildung am Berufskolleg Kaufmannsschule absolvieren, sind schon jetzt Verkaufstalente. Das haben sie vor kurzem beim Verkäufer-Wettbewerb der Berufsschulen bewiesen, in denen sie fast alle vorderen Plätze unter sich ausmachten.

Wettbewerbs-Siegerin Anduena Mustafa macht ihre Ausbildung bei Schuhe Klauser. Sie erzählt begeistert: "Es kommt vor, dass Senioren nach einer zeitintensiven Schuhberatung in der gegenüberliegenden Konditorei als kleines Dankeschön Törtchen besorgen." Zweiter Sieger Halil Özcelik, der bei Intersport Borgmann lernt, erinnert sich: "Eine Mutter von zwei Söhnen hat mal zehn Minuten gewartet, bis mein Verkaufsgespräch beendet war, nur um mir zu sagen, dass die von mir empfohlenen Fußballschuhe super sind." Und Dino Mujdzic, Vierter im Wettbewerb, wurde von Bauhaus-Kunden sogar zum Verkäufer des Monats Mai gewählt. "Es ist ein tolles Gefühl, morgens zur Arbeit zu kommen und ein Foto von sich im Eingangsbereich zu sehen. Das motiviert mich total."

Wie konnte das Trio so erfolgreich sein? Anduena Mustafa erklärt: "Ich versuche, jedem Kunden offen und freundlich zu begegnen und mir Zeit für die Beratung zu nehmen. Dabei gelingt es mir häufig, eine Verbindung herzustellen. Ist eine Vertrauensbasis da, fragen Kunden beim nächsten Besuch gezielt nach mir." Speziell geschulte Testkäufer stellen die Verkäufer regelmäßig auf die Probe. "Man weiß wirklich nie, wann einer kommt. Manchmal haben die Testkäufer sogar Kinder dabei, die durch den Laden toben. Dann wird getestet, wie belastbar ein Verkäufer ist. Ich hatte meinen ersten Testkäufer direkt zu Beginn meiner Ausbildung. Erst viel später habe ich davon erfahren. Glücklicherweise war er sehr zufrieden mit mir und mein Chef stolz auf mich", erinnert sich die 20-Jährige. Sie hatte nach der Mittleren Reife zuerst eine Ausbildung in einer Zahnarztpraxis begonnen. Doch schnell merkte sie, dass sie mehr am Kundenkontakt als an anderen Arbeiten interessiert war. Daraufhin bewarb sie sich als angehende Verkäuferin bei Klauser. "Meine ganze Familie ist im Einzelhandel. Jetzt habe ich einen Beruf, der wirklich zu mir passt."

Der Meinung ist auch Halil Özcelik. Der bekannte Torhüter des VfR Fischeln hatte nach der Mittleren Reife erst eine Ausbildung zum Altenpfleger gemacht und zwei Jahre lang in diesem Beruf gearbeitet. "Meine Wochenenddienste waren aber nicht mit dem straffen Spielplan der Oberliga vereinbar. Als ich das Angebot bekam, bei Borgmann eine Ausbildung zu machen, war ich deshalb überglücklich", sagt der 24-Jährige, der auch viele Fußball-Fans zu seinen Stammkunden zählt.

Mit dem Abi in der Tasche hat Dino Mujdzic seine Ausbildung bei Bauhaus begonnen. Dank des Reifezeugnisses kann er die Ausbildung auf zwei Jahre verkürzen. Im Baumarkt berät er die Kunden vor allem beim Kauf von technischen Geräten, Männer-Spielzeug eben. Die abwechslungsreiche Arbeit macht ihm so viel Spaß, dass der 24-Jährige einem Studium nicht hinterher trauert. Wie die zwei anderen auch will er nach seiner Ausbildung eine Qualifikation zum Handelsfachwirt machen, um Führungsqualitäten zu erlangen. "Mir wurde schon signalisiert, dass Bauhaus mich bei meinen Plänen voll unterstützt. Es ist generell so, dass die Führungskräfte im Regelfall aus dem eigenen Haus kommen", erklärt Dino Mujdzic. Gute Aussichten auf eine Übernahme nach der Lehrzeit haben auch Halil Özcelik und Anduena Mustafa.

Im Gegensatz zum Alltag im Geschäft sei der Verkäufer-Wettbewerb eigentlich harmlos gewesen, meinen die Drei. Mit Erfolg brachten die Kaufmannsschüler Pumps, Fußballschuhe und eine Action Kamera an Mann oder Frau. Damit haben sie sich für die nächste Stufe des Wettbewerbs qualifiziert und werden im November gegen Kollegen aus ganz Deutschland und den Niederlanden antreten.

Die Vorbereitungen für diesen Wettbewerb beginnen im Oktober. Eine Frage beschäftigt die Azubis aber schon jetzt. Anduena: "Man darf im Verkaufsgespräch ja nur offene Fragen stellen. Aber in welcher Sprache mache ich das bei Niederländern? Ich kann kein Holländisch." Halil beruhigt: "Holländer sind öfter mal bei uns im Laden. Das sind ganz entspannte Kunden. Und irgendwie klappt das dann auch mit der Verständigung."

Quelle: RP
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