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Krefeld
Viel Applaus zum Auftakt des Orgelsommers

Krefeld. Zum vierten Mal startete am Sonntag der Krefelder Orgelsommer in der Kirche Christus König in Verberg, und der künstlerische Leiter Heinz-Peter Kortmann saß selbst an den Manualen. Für seine Begegnung mit der Krefelder Sopranistin Katharina Borsch in der voll besetzten Kirche hatte er ein anspruchsvolles Programm mit italienischem Schwerpunkt zusammengestellt. Von Jehan Alain (1911 - 1939) stammte die erste der insgesamt vier "Ave Maria"-Kompositionen, die sich am Vorabend von Mariä Himmelfahrt auch gut in den Kirchenkalender fügten. Daran schloss sich Hermann Schroeders (1904 - 1984) Präludium zum "Regina Caeli" aus den Marianischen Antiphonen an. Die Sopranistin, die man in Krefeld bei mancher Gelegenheit hören konnte und die zwischenzeitlich in ihrer Ausbildung und in der Karriere große Fortschritte gemacht hat, überzeugte rundum mit der großen Begabung ihrer Stimme. Ob quasi unterhaltsam im Duktus wie im "Ave Maria" von Giulio Caccini (1546 - 1618) oder eher dramatisch schwer wie in "Pietà, Signore l" von Alessandro Stradella (1642 - 1682) - Borsch wurde dem jeweiligen Geist der Kompositionen mit ihrer Interpretation weitestgehend gerecht. Einen Hang zum Schrillen und zur Opernhaftigkeit verriet sie jedoch immer noch, zum Beispiel im ersten Stück und im "Ave Maria" von Luigi Cherubini (1760 - 1842) sowie im "Et incarnatus" aus Mozarts Messe in c-Moll - trotz grundsätzlich stilsicherer Tonbildung. Eine Freude war auch der Zusammenklang der beiden Interpreten, wobei sich Kortmann wieder einmal als ausgezeichneter Begleitmusiker an der Orgel erwies.

Im Rahmen dieser speziellen Reihe hätte man sich aber eine etwas andere Gewichtung der Stimmen gewünscht. Weniger Gesang und mehr Orgel hätten gewiss nicht geschadet. Im zweiten Stück erfüllte eine instrumentale Passage diese Erwartungen, als Kortmann mit von komplexen Figuren durchbrochenen Läufen starke Spannung aufbaute. Und in Buxtehudes "Magnificat primi toni" hielt er wunderbar die Balance zwischen kraftvollem Zugriff und differenziertem Spiel mit dem Facettenreichtum der Komposition. Man beschloss das Konzert mit reizvollem Wechsel von Stimme und Orgel in Gounods "Prière" und musste noch eine Zugabe spielen. Nächstes Orgelsommer-Konzert: 21. August, 18 Uhr, St. Gertrudis, Przemyslaw Kapitula.

(mojo)
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