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Krefeld
Vier Oasen öffneten die Gartenpforten

Krefeld: Vier Oasen öffneten die Gartenpforten
Wie ein Bauerngarten, mit der klassischen Kreuzteilung angelegt, präsentiert sich ein Teil des insgesamt 1300 Quadratmeter umfassenden Naturparadieses von Ute van Alphen und Lothar Jurich am Wilmendyk. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Ute van Alphen und Lothar Jurich, Henrike von Schuckmann, Brigitta Anna Franck sowie das Krefelder Hospiz ließen am Wochenende Besucher an der unterschiedlichen Schönheit ihrer Gärten teilhaben. Von Bianca Treffer

Die mit grünen Latzhosen angezogenen Holzmännchen aus Balkonbrettern mit ihren lachenden Gesichtern und den Strohhüten auf dem Kopf verbreiten schon im Vorgarten von Ute van Alphen und Lothar Jurich gute Laune. Wer dann noch das Schild "Herzlich willkommen" liest, der weiß, dass sich die beiden auf Besucher freuen, die ebenso viel Spaß an Gartenbeschäftigung haben wie sie.

Ihr eigener Garten ist ein wahres Schmuckstück: Wie ein Bauerngarten, mit der klassischen Kreuzteilung angelegt, präsentiert sich die rechte Hälfte ihres Grundstückes hinter dem Haus. "Wir haben das Schönbeet, den Gemüsebereich, die Kräuter und dann die Kombination Obst und Kartoffeln", erklärt van Alphen die Aufteilung. Die einzelnen Beete im Bauerngarten, eingerahmt von Buchsbaumhecken, sind so groß konzipiert, dass sie mit Platten versehen sind, die als Laufpfade durch die Anlage dienen. 40 verschiedene Kräuter wachsen allein bei den beiden im Bauerngarten.

Mauern aus alten Backsteinen umrahmen das gärtnerische Juwel des Hospizes am Blumenplatz. Dort wurde gestern der Tag der offnen Gartenpforte gefeiert. FOTO: Lammertz Thomas

Aber auch in der linken Gartenhälfte, die durch den alten Baumbestand eine natürliche Abgrenzung erfährt, trifft der Besucher immer wieder auf Kräuter. Van Alphen, die auch Kräuterpädagogin ist, hat einen kleinen Teil als Hildegard-von- Bingen-Beet angelegt. Dort steht das selbst gezogene Andorn, das zu den Bitterkräutern gehört und unter Naturschutz steht. "Bei Halsschmerzen damit gurgeln ist es hilfreich", weiß die Fachfrau. Der Salbei hat nicht minder gute Wirkstoffe, und die Wurzel des Bertrams, eine Kamillenart, ist ein Universalgewürz. Im Hochbeet wächst der "Gute Heinrich", der bis ins 16. Jahrhundert als Spinat gegessen wurde und heute etwas in Vergessenheit geraten ist.

Auf schmalen Wegen geht es durch den Garten, wobei der Besucher im hinteren Bereich auf grünen Spargel stößt. Der ist allerdings nicht in Reihen angepflanzt, sondern rund. Auf dem Balkon steht das selbst gezogene Basilikum in Töpfen, das so manches Essen der Gartenbesitzer verfeinert, und im Walnussbaum überrascht Waldmännchen "Beppo" die Besucher.

Henrike von Schuckmann mit Gästen in ihrem grünen Gartenparadies. FOTO: Lammertz Thomas

Die Terrasse neben der mit Winterjasmin überzogenen Mauer - herrlich in den Abendstunden, weil dort die Sonne genau hinein scheint, wie die Gartenbesitzer verraten - lädt zum Verweilen in dem 1300 Quadratmeter großen Naturparadies ein. Ein schier überwältigender Anblick stellt die Bobby James da. "Es ist eine Rambler Rose. In England ist es ein Brauch, dass an einen Baum, der stirbt, eine solche Rose gepflanzt wird", berichtet van Alphen. Im Krefelder Garten war es eine Sauerkirsche, die diese Kletterrose erhielt. Vom Baum selber ist nichts mehr zu sehen, dafür gibt es ein Rosenmeer.

Süße und saure Früchte trägt die Doppelkirsche einige Meter weiter, und an den Blaubeersträuchern hängen die kleinen Beeren, die sich langsam von Grün zu Blau verfärben. Im Lavendel brummen die Hummeln, und in den Wildhecken, die das Grundstück einrahmen, fliegen die Vögel ein und aus. Eine Naturoase gleich am Rande der Innenstadt!

Was nicht direkt in die Erde eingepflanzt werden konnte, wächst und gedeiht in Kübeln. Brigitte Anna Franck neben einer Holzskulptur von Max Müller. FOTO: Lammertz Thomas
Quelle: RP
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