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Krefeld
Vier Stockwerke - fünf Künstler

Krefeld: Vier Stockwerke - fünf Künstler
Begegnung im Künstlerhaus, Stephanplatz 8: Barbara Kuhfuss und Peter Hassenpflug mit Ingrid Mizsenko (r.). FOTO: samla
Krefeld. Drei Künstler wohnen ständig im Hause Stephanplatz 8, und einmal im Jahr laden sich Barbara Kuhfuss, Peter Hassenpflug und Pia Schröpfer zwei Gastkünstler ein, um mit ihnen das Gebäude eine Woche lang in ein Kunsthaus zu verwandeln und für das Publikum zu öffnen. Am Sonntag war zum fünften Mal Vernissage. Von Mojo Mendiola

Barbara Kuhfuss folgt seit 1982 dem stillen, aber beharrlichen Ruf kleiner Fundsteine nach künstlerischer Verarbeitung. Aus farbigen Seidenpapieren und Kleister stellt sie eine modellierbare Masse her, die zu sanft changierenden Hintergründen oder Fassungen aushärtet für ihre Kompositionen aus Rheinkieseln und anderen Steinchen. Faszinierend auch die Gebilde, die in hölzernen, mit Hubble-Fotografien ausgekleideten Nischen zu schweben scheinen und die aus Bruchsteinen zusammengesetzte Wandskulptur, die wie eine fossile Dino-Wirbelsäule wirkt.

Peter Hassenpflug, geboren 1935, verdankt die vielleicht wichtigsten Inspirationen für sein Schaffen dem Materialkundeunterricht seines Professors Gerhard Kadow an der Werkkunstschule Krefeld. So wurden Schmuckstücke aus Tantal, einem chemischen Element mit dem von keinem Brennofen erreichbaren Schmelzpunkt von 3020° Celsius, zu einem seiner Spezialgebiete. Er bearbeitet das Metall kalt und erreicht mit den Methoden eines Bildhauers, was die Schmiedekunst an diesem Material nicht vermag. Mit einer intensiven Hämmertechnik ist es ihm andererseits gelungen, stabile Objekte aus eigentlich viel zu weichem Feingold zu kreieren.

Aus der Werkkunstschule Krefeld kommt auch die in Düsseldorf lebende Ingrid Mizsenko, eine Meisterin der immer seltener anzutreffenden Kunst des Zeichnens. Mit Bleistift und Feder, Tusche, Sepia und Aquarellfarben sowie raffinierten Mischtechniken gelingen ihr Bilder, zum Beispiel von Baumstümpfen und Bruchholz aus der Sturmschneise von "Kyrill", deren Detailreichtum der Natur nicht nachsteht und manchen Motiven, Fundsteinen zum Beispiel, auf dem Papier einen ganz neuen Charakter mit zusätzlichen Reizen verleiht.

Tobias Wickern ist Gast im Künstlerhaus; er schafft manch eines seiner Motive mit der Fotokamera neu. FOTO: samla.de

Auch Gast Tobias Wickern erschafft manch eines seiner Motive mit der Fotokamera neu. Da wird eine Rolle Haushaltspapier zum faszinierenden Lichttunnel, eine aufwärts fotografierte Wendeltreppenspirale täuscht Abwärtsperspektive vor, und die Plastik-Inlets von Pralinenschachteln werden in Supernahaufnahme und mit Hilfe von Spiegelungen und durchscheinenden Hintergründen zu Schatztruhen voller Gold- und Juwelenglanz.

Im 4. Stockwerk zeigt die Fotokünstlerin Pia Schröpfer ihre Arbeiten. Sie lichtet überwiegend pflanzliche Motive ab, aber auch Spiegelungen aller Art auf urbanen Wasseroberflächen wie dem Kö-Graben. Dann wählt sie Ausschnitte aus, vergrößert diese und fügt sie zu neuen Bildern zusammen, wobei Kompositionen von floraler Wirkung entstehen, die sie auf vielfältige Weise variiert.

Quelle: RP
 
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