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Krefeld
Voith-Hochhaus wird zum K2 Tower

Krefeld. Kleinewefers hat das frühere Voith-Firmengelände gekauft und will es unter dem Namen "K2 Tower und Industriepark" vermarkten. Die MEK GmbH ist der erste Mieter. Siemens soll folgen. Von Norbert Stirken

Die Verhandlungen stehen offenbar kurz vor dem Abschluss. Siemens baut demnach in den früheren Hallen des Papiermaschinen-Produzenten Voith bald 28 Meter lange Seitenteile für Schienenfahrzeuge. "Das ist ein Glücksfall für uns", sagte Jan Kleinewefers, Geschäftsführer und Gesellschafter der Kleinewefers Beteiligungsgesellschaft, die das Areal von Voith im Juli für einen zweistelligen Millionenbetrag gekauft hat (wir berichteten).

Voith hat die Produktion in Krefeld eingestellt. 400 Arbeitsplätze gingen verloren. Kleinewefers hat das 81.500 Quadratmeter große Areal mit 28.000 Quadratmeter Hallen- und 9500 Quadratmeter Büroflächen gekauft. Zuvor war die Immobilie schon mehr als 100 Jahre mit Kleinewefers verbunden. So spielte auch die Firmennostalgie eine Rolle bei der Entscheidung, den alten Firmenstandort zurückzukaufen.

Gestern stellten Jan Kleinewefers, Geschäftsführer Erich Bröker und Architekt Andreas Weith ihre Konzeption für das unter dem neuen Namen "K2 Tower und Industriepark" firmierende Projekt vor. Die neuen Eigentümer hoffen, nach einer geplant ein- bis zweijährigen Durststrecke mit der Immobilie Geld zu verdienen. Die Anfänge seien sehr vielversprechend - siehe Siemens. Darüber hinaus hat die MEK GmbH bereits einen langfristigen Mietvertrag unterzeichnet. Das Bildungszentrum Metall und Elektro Kammen wurde aus dem Unternehmen Voith herausgelöst und macht selbstständig in Krefeld weiter. Dort können 150 Auszubildende in unterschiedlichen Branchen bis hin zum Dualen Studium eine Ausbildung machen. Kleinewefers zollt dem Gesellschafter Heinz-Friedrich Kammen seinen Respekt, da er sich im Rentenalter noch auf eigene Füße stellt und selbstständig macht.

Kleinewefers will die Immobilie intelligent aufteilen und an 20 bis 30 Nutzer vermieten. Die Vorteile liegen unter anderem darin, dass die Hallen und Büros sofort bezugsfertig und einsatzbereit sind. "Wir haben die Gebäude mit der kompletten Ausstattung erworben", informiert Bröker.

Fast alle Hallen, die in drei Schichten 24 Stunden am Tag genutzt werden dürfen, sind mit einer oder sogar zwei Krananlagen ausgestattet. In der Spitze sind Lasten bis zu 120 Tonnen zu verladen. Das Gelände verfügt außerdem über einen eigenen Gleisanschluss. Vor allem Firmen aus dem Ruhrgebiet seien interessiert. So seien sie mit einem Instandhaltungsunternehmen für Schwerlast-Autokräne und einem Betrieb zur Herstellung von Prüfanlagen für Windkraftgetriebe in Verhandlungen.

Kleinewefers wirbt damit, entsprechende Serviceleistungen zum Beispiel im IT-Bereich oder auch mit einer Kantine anbieten zu können. Die Kantine soll übrigens für die Öffentlichkeit geöffnet werden und Mittagessen anbieten.

Kleinewefers ist von dem Traditionsstandort selbst überzeugt und wird die eigene Holding von der Straße Neuer Weg an die Voithstraße verlegen. Ein Antrag auf Umbenennung liegt der Stadt schon vor. Wie früher soll die Erschließung wieder Kleinewefersstraße heißen. Die wenigen Anlieger seien damit einverstanden, erklärte Bröker.

Jan Kleinewefers hofft, dass am Standort bald wieder Hunderte Menschen arbeiten. Die Schließung von Voith sei ihm "schwer auf den Magen geschlagen".

Quelle: RP
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