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Krefeld
Volksverhetzung: Frau muss 1000 Euro Strafe zahlen

Krefeld. Eine Frau aus Willich musste sich gestern wegen Volksverhetzung vor dem Krefelder Amtsgericht verantworten. Sie hatte einen Afrikaner öffentlich herabgewürdigt und andere mit ihren Worten zur Gewalt angestachelt. Nach einer Entschuldigung wurde das Verfahren gegen eine Zahlung von 1000 Euro eingestellt.

Es war ein kurzer Prozess mit einem harmonischen Ende. Schon nach knapp einer Stunde verließen die Angeklagte und der Geschädigte den Gerichtssaal. Die glaubhafte Reue der Angeklagten und ihre Entschuldigung kamen gut an. Der junge Mann sagte, es sei ihm bei der Anzeige ums Prinzip gegangen. Er habe zeigen wollen, "dass so etwas nicht geht". Anfeindungen sei er schon öfter ausgesetzt gewesen. Die 50-Jährige war im April vergangenen Jahres mit Bekannten in einer Gaststätte in Krefeld. Auf dem Rückweg beobachtete sie auf der Petersstraße eine Auseinandersetzung. Es handelte sich wohl um keinen ernsthaften Streit zwischen dem Afrikaner und einem anderen Mann. Dennoch äußerte sie laut: "Immer drauf auf den Neger!" Damit wollte sie ihn laut Anklage herabwürdigen und andere zu weiterer Gewalt anfeuern. "Es tut mir aufrichtig leid. Ich weiß nicht, was in mich gefahren ist", sagte die Willicherin. Sie war sichtlich nervös und hatte Schwierigkeiten, eine Erklärung für ihr Verhalten zu finden.

"Ich bin kein Mensch, der andere Leute rassistisch beschimpft", beteuerte sie. Sie habe mehrere Bekannte ausländischer Herkunft. Warum diese Worte fielen, wisse sie nicht. Ihr Verteidiger hatte schon im Vorfeld an das Opfer geschrieben, um ihm eine mögliche Angst vor der Verhandlung zu nehmen. Der nahm die Entschuldigung an. "Ich hoffe, Sie haben daraus gelernt", sagte er. Die Willicherin muss nun 1000 Euro zahlen. Die Hälfte davon als Schmerzensgeld, die andere Hälfte an eine gemeinnützige Einrichtung.

(bl)
 
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