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Historie
Vom Flugplatz bis zur Wohnstadt

Historie: Vom Flugplatz bis zur Wohnstadt
Die Lufthansa flog in den 20er und 30er Jahren vom Krefelder Flugplatz ab. FOTO: Stadtarchiv Krefeld
Krefeld. Auf dem größten Teil der heutigen Gartenstadt befand sich seit 1914/15 ein zunächst militärisch genutzter Flughafen. Dort wurden auch die zwei Krefelder Flieger ausgebildet, an die die beiden nach ihnen benannten Straßen erinnern: Werner Voß und Emil Schäfer. Nach Abzug der Besatzungsmächte nach dem Ersten Weltkrieg übernahm die Stadt die Flächen, nachdem die Flugzeughallen demontiert und abtransportiert worden waren.

Nun entstand der zivile Flughafen, von dem aus in den 1920er und 1930er Jahren die Lufthansa deutsche Städte - darunter auch Berlin - anflog. Im Zweiten Weltkrieg diente der Flugplatz wieder dem deutschen Militär und nach 1945 den Engländern, die jedoch bald ihr Interesse verloren, weil die Startbahn für Düsenflugzeuge zu kurz war. Heute erinnert noch eine Bronzetafel an der Ecke Traarer Straße und Hoher Weg an die Fliegerzeit. Nachdem die Briten 1950 das Gelände aufgegeben hatten, gab es Überlegungen, wie das Gelände zu nutzen sei. Zu den Vorschlägen gehörten auch der Bau einer Universität und die Einrichtung eines Friedhofs. Schließlich setzte sich der Plan durch, auf dem Areal Wohnungen zu bauen. Bauland war knapp. Die Flächen um Krefeld wurden dringend für die Landwirtschaft benötigt, um die Bevölkerung zu versorgen. Andererseits galt es, den vielen Flüchtlingen eine neue Heimstatt zu schaffen. Im Juni 1955 war Baubeginn. Ein halbes Jahr später wurde der Grundstein für die ersten 300 Bayer-Wohnungen gelegt. In ein neues Gebäude an der Traarer Straße zogen 1959 die Gemeinschaftsschule und die katholische Volksschule ein. Zu dieser Zeit konnten die Gartenstädter schon längst in eigenen Geschäften einkaufen. Die evangelische Lukaskirche stand seit 1960 offen und die katholische Pius-Kirche wurde 1968 geweiht. Im Juni 1962 berichtete die RP über die erste Poststelle. Für die Verbindung der heute rund 7000 Einwohner zur Krefelder Innenstadt sorgen heute Straßenbahn und Omnibus.

(lez)
 
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