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Krefeld
Von der Zielgruppe her denken - Jugendsozialarbeit wird reformiert

Krefeld. Die Mitgliederkonferenz der Kreisgruppe Krefeld des Paritätischen, zu der Vorsitzender Bernd Latsch zahlreiche Mitgliedsverbände begrüßen konnte, stellte die Weiterentwicklung der Jugendsozialarbeit in den Mittelpunkt. Markus Schön, seit März Leiter des Fachbereichs Jugendhilfe und Beschäftigungsförderung, versuchte, in einem temperamentvollen Referat die sperrige Sprache des von 64 Gremien und Netzwerken gemeinsam gewonnenen Leitbilds "Gelingendes Aufwachsen in gemeinsamer Verantwortung in Krefeld am Rhein - junge Menschen und ihre Eltern früh im Blick" transparent zu machen. Von Otmar Sprothen

Unterstützt von Martin Debener, dem Fachreferenten der Paritätischen beim Projekt "Kommunale Präventionsketten", verwies Schön auf die neue Landesregierung, die das bis dahin geltende Projekt "KeKiz - Kein Kind zurücklassen!" mit neuen Schwerpunkten versehen habe. So soll Jugendsozialarbeit aus dem Schatten der Spezialgremien auf gesamtgesellschaftliche Schultern gestellt werden. Nun sind auch Ehrenamtler gleichrangig beteiligt.

Nach dem neuen Grundsatz "Ungleiches ungleich behandeln" werden nicht mehr "Brennpunktquartiere" mit der Gießkanne versorgt, sondern der zu fördernde Einzelfall, gleich wo er auftritt. Familienzentren mit einer Häufung solcher Fälle werden zuvorderst mit Mitteln und Fortbildungsangeboten ausgestattet, um Kinder unterschiedlicher Lernausgangslage und unterschiedlicher Herkunft im Sinne einer sozialen Inklusion möglichst lange gemeinsam zu fördern. Eine Steuergruppe, in der Politik, Kinderärzte, Stadtsportbund, Untere Schulaufsicht, Integrationszentrum, Jobcenter, LVR-Tagesklinik, SKF, DKSB. Jugendbeirat und vier Amtsleiter sitzen, achtet darauf, dass vereinbarte Teilziele und Meilensteine erreicht werden.

Die Zeit drängt, aus der theoretischen Planungsphase in die Alltagspraxis zu kommen. Der U3-Bereich der Krefelder Kitas deckt derzeit 35 Prozent ab, erforderlich sind mindestens 40 Prozent. Hierin sind die Kinder der Flüchtlinge noch nicht eingerechnet. 700 Kinder stehen auf den Wartelisten. Der Offene Ganztag (OGS) deckt erst 35 Prozent der erforderlichen Kapazität ab. Vor allem die innerstädtischen Schulen melden großen Bedarf an. Die schulische Sozialarbeit ist nur bis Ende 2018 finanziell abgesichert, müsste aber dringend ausgebaut werden. Daneben gilt es, sich um die wachsende Zahl von Flüchtlingskindern zu kümmern, die weder Kita noch Grundschule besuchen.

Quelle: RP
 
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