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Krefeld
Vorwurf: Frauen betrügen Pflegekasse

Krefeld. Drei Frauen aus Krefeld mussten sich gestern wegen gewerbsmäßigen Betrugs zu Lasten einer Krankenkasse vor Gericht verantworten. Sie sollen Pflegegelder erschwindelt haben. Hauptangeklagte ist eine 32-jährige Krefelderin, die sich um die Betreuung ihres Großvaters kümmerte. Von den beiden mitangeklagten Frauen soll sie sich Quittungen unterschreiben lassen haben, um neben laufenden Zahlungen auch Sonderleistungen der Pflege, insgesamt weitere knapp 5000 Euro, in Anspruch nehmen zu können. Die Ersatzleistungen durch Dritte allerdings sollen niemals ausgeführt worden sein. Die 32-Jährige ist bereits einschlägig verurteilt, weil sie in ähnlicher Weise für ihre Großmutter unberechtigt Geld kassiert haben soll.

Die Verteidigung stellte die drei angeklagten Frauen als Opfer eines gewitzten Betrügers dar. Der Mann sei für einen Riesenbetrug mit Pflegegeldern verantwortlich und sitze bereits in Haft. Der Mann soll mit auf türkisch verfassten Flugblättern gezielt dafür geworben haben, dass Pflegende Sonderleistungen der Krankenkasse erhalten können. Für die Zahlungen habe er sich Provisionen auszahlen lassen.

Die Richterin wies darauf hin, dass man selbstverständlich keine Ansprüche geltend machen könne, wenn man keine Ersatzkräfte beschäftige. Das müsse auch einem Laien klar sein.

"Man hat ja nicht den Opa in den Keller geschoben und Party gemacht", konterte einer der Verteidiger. Der Mann sei tatsächlich gepflegt worden. Nur die Sonderleistungen hatte es laut Staatsanwaltschaft nicht gegeben.

Die Angeklagten haben sich im bisherigen Ermittlungsverfahren nicht zu den Vorwürfen geäußert. Die Staatsanwaltschaft wollte sich auf die von der Verteidigung angeregte Einstellung nicht einlassen. Bei einer Strafandrohung von mindestens sechs Monaten je Tat sei das nicht möglich. Nun soll weiter ermittelt werden.

(BL)
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