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Krefeld
Wagener kippt Theaterplatz-Angebot

Krefeld. Der Krefelder Unternehmer gibt seine Pläne für eine Kongresshalle mit Hotel als Ersatz fürs Seidenweberhaus auf. Ausschlaggebend waren die Ausschreibungsbedingungen und wohl auch Konflikte mit Planungsdezernent Linne. Von Jens Voss

Die Stadt Krefeld hat eine Option weniger für einen Neuanfang auf dem Theaterplatz. Der Krefelder Unternehmer Gerald Wagener hat seine Pläne für den Neubau eines Komplexes mit Kongress und angeschlossenem Hotel aufgegeben. Auf Anfrage unserer Reaktion erklärte er gestern: "Unsere Co-Investoren und unser Aufsichtsrat haben zu Beginn des Jahres einstimmig entschieden, von dem Projekt Theaterplatz Abstand zu nehmen. Hierüber haben wir den Oberbürgermeister und die beteiligten Gesprächspartner bei den Fraktionen vor einigen Wochen informiert."

Über die Gründe äußerte Wagener sich nicht im Detail. Immerhin ist eine Danksagung am Schluss seiner knappen Erklärung aufschlussreich: "Ich darf mich auch auf diesem Weg für die professionellen Gespräche mit den Herren Hengst, Wettingfeld, Heitmann und Hansen bedanken." Gemeint sind die für Planung zuständigen Fraktionssprecher im Rat für SPD (Jürgen Hengst), CDU (Jürgen Wettingfeld), FDP (Joachim Heitmann) und Grünen (Thorsten Hansen). Damit ist der für Planung zuständige Dezernent Martin Linne nicht benannt - neutral erwähnt wird lediglich Oberbürgermeister Frank Meyer. Hintergrund dürfte sein, dass das Tischtuch zwischen Wagener und Linne zerschnitten war. Wagener hat Linne vorgeworfen, seine Neutralitätspflicht verletzt und sich offen und verdeckt gegen Wageners Pläne gestellt zu haben. Wagener ist sogar juristisch gegen Linne vorgegangen.

Linne wiederum hat juristische und planungssystematische Vorbehalte gegen Wageners Pläne gehabt: Jurtistische, weil Linne überzeugt war, dass die Stadt nicht ohne europäische Ausschreibung mit Wagener ins Geschäft hätte kommen können (darin gestützt von Stadtdirektorin Beate Zielke und dem Städte- und Gemeindebund); planungssystematische, weil Linne darauf pochte, dass man, selbst wenn es ginge, sich nicht für Wagener entscheiden könnte, ohne Alternativen gesehen zu haben. Wagener war bis zuletzt überzeugt, dass die Stadt, wenn sie wirklich gewollt hätte, sich auch ohne Ausschreibung für ihn hätte entscheiden können. Aus dem Umfeld der Beteiligten war auch zu hören, dass sich Wageners Investoren quasi entnervt zurückgezogen haben, weil sich der Entscheidungsprozess absehbar lang hinziehen würde und auch Wageners Partner der Auffassung zuneigten, dass Krefelds Planungsdezernent parteilich sei. Schnelligkeit ist dabei kein Selbstzweck: Wagener hatte stets darauf hingewiesen, dass das Zeitfenster für eine wirtschaftliche Investition schmal sei und sich schließe, sobald sich die günstigen Zinsbedingungen änderten.

Quelle: RP
 
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