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Krefeld
Warum der Rhein nicht mehr zufriert

Krefeld: Warum der Rhein nicht mehr zufriert
Eisgang auf dem Rhein bei Uerdingen vor der Rheinbrücke. Den letzten schweren Eisgang erlebte Krefeld im Winter 1941/42. Inzwischen ist der Fluss durch Zuleitungen derart aufgewärmt, dass er nicht mehr zufriert. FOTO: Stadt Krefeld
Krefeld. Schneeschmelze in Süddeutschland und der Regen der vergangenen Tage lassen den Rhein anschwellen. Der Strom hat sein angestammtes Flussbett längst verlassen. Wiesen und Felder entlang des Ufers sind schon überflutet und der Pegel soll weiter steigen.

Die Zeiten, in denen auch Eis während der Wintermonate auf dem Rhein trieb oder der Strom sogar zufror, sind jedoch Geschichte. Einen letzten schweren Eisgang haben die Krefelder im Winter 1941/42 erlebt. Rhein und Hafen froren so zu, dass sich Eis bei Uerdingen staute, Menschen über den zugefrorenen Fluss gehen konnten und es sogar Schiffe aus dem Wasser drückte. Später konnten die Krefelder nur noch Treibeis auf dem Strom sichten. Inzwischen ist der Rhein durch Zuleitungen derart aufgewärmt, dass er nicht mehr zufriert.

Über Jahrhunderte bedrohte das Eis auf dem Fluss die Sicherheit der Uerdinger. Angestautes Wasser überflutete immer wieder die Straßen der Rheinstadt und hinterließ Zerstörung und Tod. Mit der westlichen Verlegung der Stadt Uerdingen Ende des 13. Jahrhunderts hörte die Bedrohung durch den Rhein nicht auf.

Besonders gefährlich wurde es, wenn der Rhein zufror und die Eisschollen das Wasser stauten. Einen effektiven Schutz konnten die Menschen dem Fluss bei Eisgang und Hochwasser nicht entgegensetzen. Nach einem Eisstau 1684 sollen die Straßen der Rheinstadt mehr Kanälen geglichen haben; das Wasser stand auch in der Kirche.

Besonders schwere Eiskatastrophen erlebten die Uerdinger im 18. Jahrhundert. In einem Protokoll aus dem Jahr 1716 hieß es, dass die Stadt in Gefahr stehe, abgetrieben zu werden. Dreimal fror der Rhein im Januar und Februar 1716 zu. Am 11. Februar war die Stadt von den Wassermassen umringt. Durch eine Frostperiode sei letztlich die Vernichtung der Stadt abgewendet worden.

Überschwemmt wurde die Rheinstadt wieder 1776. Viele Menschen im Amt Uerdingen ertranken. Noch im Mai sollen Eisschollen auf dem Marktplatz gelegen haben. In Januar 1784 setzte sich der Rhein bei Uerdingen zweimal mit Eis zu, das Eis setzte sich vor der Uerdinger Burg fest. Nachdem das Wasser abgezogen war, dauerte es drei Tage, alle Schäden zu besichtigen und zu erfassen. Ein Jahr dauerten Reparaturen und Wiederaufbau.

Eine weitere Katastrophe sollte wenige Jahre später über die Stadt hinein brechen. Die Kälte ließ das Wasser auf den Straßen und in den Häusern gefrieren. Die Menschen verharrten in den oberen Stockwerken. Brot und Feuerholz waren bald aufgezehrt. Die Angst war groß, dass die Häuser dem Druck nicht standhielten. Das Wasser fiel langsamer als erwartet. Der Schaden hielt sich so erst in Grenzen. Doch am 14. Februar 1799 brach das Kirchenschiff von St. Peter durch die Flutfolgen in sich zusammen.

In den nächsten 200 Jahren kamen noch viele schlimme Eisgänge und Hochwasser. Wie im Winter 1824, als die Stadt vier Wochen von der Außenwelt abgeschlossen war. Eis auf dem Strom wurde später zur Sensation. Im Winter 1890/91 nahmen die Eismassen immer mehr zu. Im Januar war der Rhein dicht. Die Menschen strömten zu Tausenden auf den zugefrorenen Fluss. Musikkapellen spielten, Chöre sangen, warme und kalte Getränke wurden angeboten.

Quelle: RP
 
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