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Krefeld
Wasserschlacht bei Barrikadenkämpfen

Krefeld. Angefeuert von vielen Schaulustigen sorgten die Barrikadenkämpfe beim Verberger Schützenfest wieder für viel Spaß. Mit Wasserbomben und Feuerwehrschläuchen wurden die Angreifer unter Feuer genommen und Gefangene gemacht. Von Sven Schalljo

Die Barrikaden in der Mitte der Obstwiese am Heidedyk, hoch aufgestapelte Paletten und andere Holzstücke, stehen in lodernden Flammen. Sogar den Zuschauern in mehreren Metern Entfernung schlägt die Hitze entgegen. Die Stimmung ist freudig erregt und ausgelassen. Das Schützenfest in Verberg strebt auf einen seiner Höhepunkte zu: die Barrikadenkämpfe.

Königstreue und Rebellen nehmen auf entgegengesetzten Seiten der Barrikaden Aufstellung. Und diesmal konnten die Rebellen viele Kompanien zum Überlaufen bewegen. Landsknechte, die 1. Königlich Bayerische Infanterie, Französische Legionäre, Preußische Pioniere, Feldjäger, Schill Offiziere und Orchester Gut Schlag stehen auf Seiten der Aufständischen.

Beide Reihen haben sich mit Wasserbomben, Schleudern, die Rebellen sogar mit Feuerwehrschläuchen, ausgerüstet. Unter dem Jubel der Zuschauer stürmen die Kontrahenten aufeinander los. Wasserbomben fliegen, die Rebellen nehmen die Angreifer mit ihren Schläuchen unter "Feuer". Während die Fliegerstaffel Verberg vergeblich versucht, sich mit Regenschirmen zu wehren, machen beide Seiten immer wieder den Versuch, Kämpfer der Gegenseite gefangen zu nehmen.

Dabei tun sich, wie traditionell, vor allem die Jungschützen auf Seiten der Königstreuen hervor, geraten jedoch oft selbst in Gefangenschaft. Immer heftiger wird der Kampf, immer mehr Wasserbomben fliegen. Plötzlich gehen sogar einige verirrte Wasserbomben über den Zuschauern nieder, was aber ob des schönen Wetters und strahlenden Sonnenscheins eher für Jubel sorgt.

Die Rebellen scheinen auf der Siegerstraße. Immer mehr Gefangene machen sie, angetrieben von ihren Generälen über Lautsprecher. Doch dann brandet Jubel unter den königstreuen Truppen auf, denn ein Stoßtrupp der 1. Verberger Bauernkompanie hatte sich in die Büsche geschlagen, die "Front" umgangen und Rebellengeneral Eckart Schürmanns hinter den Linien gefangen genommen.

Er ist der prominenteste Gefangene der Wasserschlacht, die die Rebellion zu gewinnen droht. Doch dann bringen die Königstruppen ihre Kanone in Stellung und können so für die symbolische Wende sorgen. Damit geht der Sieg am Ende natürlich an die Königstreuen. Doch als General Schürmanns sogar die Flucht gelingt, müssen sie sich mit zwei Gefangenen zufrieden geben, während sie selbst deren zwölf hinnehmen mussten.

Am Abend werden diese dann ausgelöst. Zumeist ist der "Preis" ein ehrenamtliches Engagement, wie der Verberger Frühjahrsputz. Auf dem Rückmarsch nehmen die Rebellen noch die Königin, sowie die Damen des Hofstaates gefangen und tauschen sie gegen ihre eigenen Frauen aus. Damit finden die Barrikadenkämpfe einmal mehr ein launiges Ende und alle Beteiligten hatten großen Spaß bei diesem traditionellen Kampf.

Quelle: RP
 
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