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Krefeld
Weiße Wand wartet auf 15 Künstler

Krefeld: Weiße Wand wartet auf 15 Künstler
Die Mauer am nördlichen Ende der Rheinpromenade auf dem Gelände des früheren Ausflugslokals "Rheinlust" ist nur ein Teil der Fläche, auf der ab heute 15 internationale Straßenmaler fantasievolle, dreidimensionale Welten entstehen lassen. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Heute beginnt das Projekt Rhine Side Gallery: Street-Art-Künstler aus neun Nationen bringen Farbe ins Hafengebiet. Von Petra Diederichs

Ein weißer Hai könnte künftig am Rheinufer die Spaziergänger erschrecken. Oder ein Poseidon gebieterisch über das untere Werft blicken: Völlig neue Welten werden ab heute in Uerdingen entstehen, die zu entdecken sich lohnen wird: 15 internationale Street-Art-Künstler werden das Gelände rund um den alten Zollhof zur Rhine Side Gallery verwandeln. Die Idee der Wood Art Gallery am Hülser Umweltzentrum vor zwei Jahren wird nun auf der Industriebrache am Rhein fortgemalt: "Kunst mit Natur zu verbinden, ist eine Chance, die einem nicht jeden Tag gegeben wird", ist das Motto von Projektleiterin Friederike Wouters, die auch bei diesem Projekt federführend ist. "Es ist spannend, zu erleben, wie sich ein Areal verändert", findet Ulrich Cloos vom Stadtmarketing. Schon jetzt sei die Amosphäre wunderbar sommerlich mit Liegestühlen, Grillwürsten und entspannten Besuchern.

Einige der 15 Künstler haben sich am Talring schon verewigt und mit ihren dreidimensionalen Malereien die Welt verändert und die Besucher zum Staunen gebracht. Viele sind preisgekrönt. In Uerdingen haben sie kilometerweise Stein, Mauern sowie Metall als Fläche. "Die großen Sandflächen, der Asphalt am unteren Werft, die beiden Seecontainer, das alte Hafengebäude und die Grundstücksmauern werden dann zu Kunstwerken umgestaltet", so Cloos. Leiter des Krefelder Stadtmarketings. Besonders spannend sei es, den Künstlern bei der Arbeit zuzuschauen.

Aus Mexiko kommt Carlos Alberto GH, der sich seit sechs Jahren auf Street Art konzentriert und mit seiner Malerei bereits nationale und internationale Preise errungen hat. Oft arbeitet er zusammen mit seiner Schwester Adry del Rocío, die auch in Uerdingen mitwirkt. In ihrer Haimatstadt Guadalajara organisiert sie die großen Street-Art-Festivals. In Italien gilt sie als "Maestra Madonnara" - wer weiß, wo sie einen Platz für eine Krefelder Madonna findet. Roberto Carlos Treviño Rodriguez ist Autodidakt. Zu seinen Vorbildern zählen Andy Warhol und Salvador Dalí. Seine meist großformatigen Öl- und Airbrush-Gemälde sind an die Pop Art angelehnt.

Cuboli Quido (Italien) hat als Produzent von Animationsfilmen und Musikvideos mit MTV und Disney gearbeitet. Seine 3D-Technik ist mehrfach ausgezeichnet. Sein Landsmann Fabio Fedele hat eigentlich Architektur studiert und sich mit der Wahrung von architektonischen Kulturgütern befasst. 3D-Straßenmalerei versteht er genau in diesem Zusammenhang. Ketty Grossi aus Mantua restauriert alte Kunstwerke und gestaltet Unternehmen und öffentliche Räume. Andrea Libratti ist für seine Madonnenmalerei längst über die italienischen Landesgrenzen bekannt.

In Frankreich ist Jamila Hamai seit 2011 fester Bestandteil der Straßenmaler-Szene. In diesem Jahr gewann sie ihren ersten Preis beim "International Streetpainting Festival" in Toulon. Maria Kudasheva ist in Sibirien geboren. Heute lebt sie in St. Petersburg, unterrichtet an einer Kunstschule und ist bekannt für ausgefallene Kunstprojekte. Aus der Ukraine kommt Alex Maksiov, der an Streetartprojekten weltweit beteiligt ist. Der Russe Victor Puzin hat als Graffiti-Künstler begonnen. Er ist ausgebildeter Grafik-Designer und arbeitet heute als 3D-Künstler und studiert nebenbei Architektur in St. Petersburg.

Die Australierin Jenny Mc Cracken liebt optische Illusionen und und ist in ihrer Heimat die bekannteste Straßenmalerin. Anat Ronen (USA) bemalt Brücken, Gebäude und Autobahnen überwiegend in Housten. Ihre Arbeiten sind aber auch in China oder Israel zu sehen. Ruben Poncia (Niederlande) malte zunächst realistisch oder surrealistisch und mit perspektivischen Tricks nutzte. Das setzt er heute in Street Art um.

Gregor Wosik ist der einzige Vertreter aus Deutschland. Er arbeitet in großen Dimensionen auf Wänden, Fassaden, auf Asphalt oder Leinen. 2012 hat er einen Weltrekord aufgestellt - das größte 3D-Straßenmalerei-Projekt der Welt: 1500 Quadratmeter auf dem Valoisplatz in Wilhelmshaven. Und einen gefährlichen Hai hat er auch schon aus dem Pflaster auftauchen lassen: 2014 beim Sarasota Chalk Festival auf dem Flughafengelände von Venice (Florida).

Gegen 11 Uhr treffen die Künstler ein. Oberbürgermeister Frank Meyer wird sie um 17 Uhr begrüßen.

Quelle: RP
 
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