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Krefeld
Welcome!Now - zu Inklusion

Krefeld. Im letzten Jahr entstand Welcome!Now als Appell zur Integration der Flüchtlinge in Krefeld. Allgemein als Impulsgeber für ein konstruktives Zusammenleben und gegen Ausgrenzung ist das Festival dabei, zum festen Bestandteil des Krefelder Kulturkalenders zu werden. Diesmal lag der Schwerpunkt auf der Inklusion von Menschen mit körperlichen oder geistigen Einschränkungen. Das Theater und Akteure der freien lokalen Kultur-Szene feierten am Donnerstag das Festival im Hause am Theaterplatz, und knapp 500 Besucher ließen sich mitreißen. Von Mojo Mendiola

Aus der einen oder anderen organisatorischen Schwäche müsste man noch lernen. So waren bei fünfeinhalb Stunden Veranstaltungsdauer die Bratwürste von Paule und ein paar Lachschnittchen im Glasfoyer ein allzu dürftiges Angebot an fester Nahrung. Und wenig Aufmerksamkeit fanden die permanenten Angebote angesichts eines praktisch pausenlosen Programms, abwechselnd auf zwei Bühnen. Die Leinwand im Nebenfoyer mit Krefelder Kurzfilmen von "sputnic", Björn Leonhard und anderen, die Fahrstuhl-Performance "Mummer's Death" von Partrick Faurot, Anne Mahlows Geschichten-Versteigerungen sowie die Bewegungs-Szenen des "Leib + Seele Ensembles" hätten mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt.

Da hatten es die Poetry Slammer auf der Bühne im Glasfoyer erheblich besser. Den Texten von Josefine von Blütenstaub lauschten viele, ebenso denen von Rebecca Heinz und Johannes Floehr, während im großen Saal die Bühne für die jeweils nächste Musikgruppe bestückt wurde. Floehr moderierte auch das Programm des Abends. Das vom Jazzklub Krefeld unterstützte Musikprogramm begann ein wenig schwach. Die Jazz Swing College Band der Musikschule wird von Oliver Hirschegger nach wie vor prima geführt, durfte als Begleitband der Sängerin Mara Minjoli aber diesmal nur Getragenes spielen. Minjoli ihrerseits ist zwar eine prima Sängerin, hatte ihr Repertoire für diesen Auftritt allerdings sehr einseitig gewählt. Danach trat Adrian Linke noch einmal als Rio Reiser auf. Ziemlich verzichtbar, weil sterbenslangweilig geriet das Set der Gruppe "Reláen". Voll entschädigt wurde man allerdings durch das "Pulsar-Trio". Beate Wein legte musikalische Themen, die ursprünglich sicherlich auf der Sitar geboren wurden, mit Temperament auf ihre Tasteninstrumente. Matyas Wolter auf Sitar und Surbaha kommunizierte mit ihr nach dem Call & Response-Prinzip, spielte auch längere, repetitive Passagen mit der Pianistin unisono, und mit glänzendem interkulturellen Rhythmusgefühl unterstützte Aaron Christ die zwei am Schlagzeug. Riesenapplaus belohnte das feurig-frische Trio.

Den Höhepunkt sahen die Mitorganisatoren Nils Rottgardt und Malte Menzer im Auftritt des Horst Hansen Trios, das sein neues Album "Auf'm Teppich" vorstellte. Die Fünf begannen mit einer swingenden und rockenden Version des Dauerbrenners "Take Five", die deutlich machte, was sie unter "Über-Jazz" verstehen, luden später noch die Jazz Swing College Band hinzu, diesmal so knackig, wie man sie kennt, und sogar den Sänger Flo Mega. Der Saal tobte.

Quelle: RP
 
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