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Krefeld
Welttag für eine bedrohte Art

Welt-Pinguin-Tag: Ein Besuch im Krefelder Pinguin-Gehege
Krefeld. Was vielen nicht bewusst ist: Die im Zoo vertretenen Humboldt-Pinguine sind akut vom Aussterben bedroht. Der Krefelder Zoo beteiligt sich daher am Sonntag an Aktionen zum Welt-Pinguin-Tag - unter anderem mit dem Protest gegen zwei Bauprojekte in Chile, durch die 13.000 Brutpaare des Humboldt-Pinguins gefährdet sind. Von Jens Voss

Mit Informationsständen und einer Unterschriftensammlung wird sich der Zoo am Sonntag, 24. April, an einer Aktion der Artenschutzorganisation "Sphenisco" beteiligen - der Name geht auf die latinisierte Bezeichnung für Pinguine zurück: Spheniscidae. Nach Angaben von Sphenisco haben bislang mehr als 186.000 Menschen eine Online-Petition unterzeichnet, in der gegen den Bau von zwei Industriehäfen in Chile protestiert wird, die den Bestand von 13.000 Humboldt-Brutpaaren bedrohen. Die Unterschriftenliste soll am Montag, 25. April - dem Welt-Pinguin-Tag - der chilenischen Präsidentin Michelle Bachelet überreicht werden. In der Petition wird gefordert, den Bestand der Humboldt-Pinguine zu schützen.

Wie bedroht Pinguine sind, ist nicht unbedingt bekannt - ein Grund ist wohl, dass die possierlichen Tiere vor allem in Kolonien und Massen gezeigt werden - so entsteht der Eindruck einer Fülle, die es in der Natur nicht mehr gibt. Biologen warnen, dass Klimawandel, Umweltverschmutzung und Fischerei den Pinguin bedrohen. Um sich ein Bild zu verschaffen, wie viele Exemplare es noch gibt, haben Wissenschaftler ein ungewöhnliches Projekt gestartet: "Penguin Watch 2.0". Dabei wurden in Pinguin-Quartieren in der Antarktis Kameras aufgestellt, die Fotos gemacht haben. Entstanden sind mehr als 100.000 Aufnahmen, die jetzt im Internet veröffentlicht wurden. Nun bitten die Fachleute um Hilfe bei der Auswertung der Fotos: Die Tiere sollen markiert und gezählt werden. Das Verfahren ist im Internet unter der Adresse www.penguinwatch.org beschrieben. In der Regel werden 18 Pinguin-Arten unterschieden - die kleinste ist der Zwergpinguin, der 30 Zentimeter groß wird; die größte ist der Kaiserpinguin mit bis zu einem Meter Länge und einem Gewicht bis zu 50 Kilogramm. Im Krefelder Zoo leben zehn Brutpaare des Humboldtpinguins. Der Name geht auf Franz Julius Ferdinand Meyen zurück. Er beschrieb den Humboldtpinguin 1834 erstmals wissenschaftlich und benannte ihn nach dessen Entdecker Alexander von Humboldt, der die Art während seiner Amerika-Reise von 1799 bis 1804 in Peru erstmals beobachtete.

Mehr über Sphenisco siehe unter www.sphenisco.org Mehr über "Penguin watch" unter der Adresse www.penguinwatch.org

FOTO: Lammertz, Grafik: Weber
Quelle: RP
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