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Krefeld
Wertschöpfung: Krefeld hinkt hinterher

Krefeld: Wertschöpfung: Krefeld hinkt hinterher
In Krefeld ist die Wertschöpfung im produzierenden Gewerbe um 8,1 Prozent gegen den Landestrend zurückgegangen. Gleichwohl ist die Bedeutung der Branchen in Krefeld stärker als anderswo. FOTO: KA
Krefeld. Die Bedeutung des produzierenden Gewerbes ist in Krefeld deutlich stärker als im Durchschnitt des Landes Nordrhein-Westfalen. Gleichwohl liegt die Wertschöpfung der Dienstleister mit 4,5 Milliarden Euro um rund 80 Prozent höher. Von Norbert Stirken

Erwerbstätige in Krefeld produzieren deutlich weniger Werte als Beschäftigte in anderen Städten: So liegt der Durchschnitt im Regierungsbezirk Düsseldorf bei 71.064 Euro pro Jahr und Erwerbstätigen. Im Rhein-Kreis Neuss sind es sogar 85.692 und in der Stadt Düsseldorf 82.754 Euro im Mittel. Für Nordrhein-Westfalen kommen die Statistiker des Landes immerhin noch auf 67.063 Euro - für Krefeld stehen 66.321 Euro zu Buche.

Das so genannte Bruttoinlandsprodukt betrug für die Stadt Krefeld 7,887 Milliarden Euro im Jahr 2013. Das ist der aktuelle Zeitraum, für den das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik (IT.NRW) jetzt seine Auswertung vorstellte. Im Jahr zuvor betrug der Gesamtwert aller Güter, die innerhalb der Stadtgrenzen in zwölf Monaten in der Wirtschaft hergestellt wurden und dem Endverbrauch dienten, noch 8,058 Milliarden. Das bedeutet einen Rückgang von 2,1 Prozent. Umgerechnet auf einen Erwerbstätigen entspricht dies einem Minus von 1,7 Prozent.

Damit liegt die Entwicklung in der Stadt Krefeld gegen den Trend in NRW. Dort verzeichnet NRW.IT einen Anstieg der produzierten Werte und der Dienstleistungen von 1,6 beziehungsweise 1,2 Prozent. Ganz offensichtlich ist das Auseinanderklaffen der Schere im Bereich des produzierenden Gewerbes zu erkennen. In Krefeld reduzierte sich der Wert um 8,1 Prozent von 2,758 Milliarden Euro auf 2,535 Milliarden Euro. Im Land insgesamt stieg er um 1,4 Prozent.

Ralf Köpke, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbunds, und Hartmut Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbands Niederrhein, erklärten vor wenigen Tagen in der Rheinischen Post, dass die Talsohle vor allem in der Stahl- und der Chemischen Industrie sowie in Teilen des Maschinenbaus noch nicht durchschritten sei. Sie gehen davon aus, dass der zum Teil unfaire Wettbewerb in Krefeld weitere Arbeitsplätze kosten werde. Köpke nannte die Zahl von 500 Stellen in besagten Branchen, die in diesem Jahr auf der Kippe stünden.

Hintergrund sind die Schwierigkeiten für die exportorientierte Industrie. Stichwörter Russland-Embargo und abflauendes Wachstum in China. Speziell für die Stahl-Branche gilt die Forderung an die EU, fairen Wettbewerb herzustellen, um gegen die chinesischen Dumpingpreise und deren unter umweltpolitisch desaströsen Bedingungen erzeugte Überproduktion eine Chance zu haben. Dabei denken die Verbände an die Einführung von Strafzöllen. Der Betrag für die Wertschöpfung im Dienstleistungsbereich liegt in Krefeld rund 80 Prozent höher als der für das produzierende Gewerbe. Er beträgt 4,539 Milliarden Euro - ein Anstieg um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und damit auf NRW-Niveau (plus 1,9 Prozent). Gleichwohl nimmt das produzierende Gewerbe in Krefeld mit einem Anteil von 36 Prozent eine deutlich stärkere Rolle ein als in Nordrhein-Westfalen insgesamt mit einem Anteil von 29 Prozent an der Gesamtwertschöpfung.

Fast zu vernachlässigen sind die Angaben für die Forst- und Landwirtschaft sowie die Fischerei: Die Summen sanken um 14,4 Prozent für die Stadt Krefeld von 18 auf 15 Millionen Euro - im Bundesland um 8,9 Prozent von 2,948 Milliarden auf 2,684 Milliarden Euro.

Quelle: RP
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